Verkehrsverbund: 9-Euro-Ticket nicht so schnell umsetzbar

Für 9 Euro im Monat in Bussen, Straßenbahnen und Nahverkehrszügen fahren - das klingt nach einem attraktiven Angebot. Noch sind nicht alle Fragen bei der praktischen Umsetzung geklärt.
Fahrgäste stehen in einem Bus. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Das von der Bundesregierung geplante befristete 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr ist aus Sicht des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) nicht sofort umsetzbar. Er bezweifle, dass dies schon im April funktionieren könne, sagte VMT-Geschäftsführer Christoph Heuing der Deutschen Presse-Agentur. Fahrpreisänderungen benötigten normalerweise längere Vorlaufzeiten, die Verkehrsunternehmen müssten in der Regel eine Preisänderung zehn Wochen vorher bei den Landesbehörden beantragen. «Für schnelle Änderungen ist das normale Prozedere eigentlich nicht gedacht.» Beim VMT gibt es Heuing zufolge bereits Anfragen von Passagieren nach dem 9-Euro-Ticket für 90 Tage.

Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte angesichts hoher Spritpreise beschlossen, ein solches Ticket im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einzuführen. Es soll auch für Abo-Tickets und in Verbundbereichen gelten. Dafür will der Bund den Ländern nach Angaben von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) 2,5 Milliarden Euro erstatten. Er hatte sich aber auch offen für eine höhere finanzielle Unterstützung durch den Bund gezeigt, wenn dies notwendig sei. Noch viele Fragen seien hier offen, sagte Heuing.

Er sieht bei dem Ticket vor allem Passagiere in Städten mit einem gut ausgebauten Bus- und Bahnnetz im Vorteil. «In Erfurt oder Jena zum Beispiel dürfte es gerade im Berufsverkehr dann sehr voll in Bussen oder Straßenbahnen werden.» Dann brauche es wahrscheinlich mehr Fahrzeuge. Menschen im ländlichen Raum hätten wegen der oft ausgedünnten Busverbindungen kaum etwas davon. Um sie auch dauerhaft zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bringen, seien mehr Verbindungen und damit mehr Busse nötig. Dies koste Geld. Auch Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hatte darauf bereits verwiesen.

Dem Verbund Mittelthüringen gehören 15 Verkehrsunternehmen an. Er umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land, Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Champions League: Bayerns Torspaß mit Mané und Sané: Lockeres 5:0 vor Dortmund
Musik news
Mit 90 Jahren: «Tochter eines Bergmanns»: Country-Star Loretta Lynn ist tot
Tv & kino
Medien: Privatfernsehen mit neuen Chefs auf Streamingkurs
Das beste netz deutschlands
Featured: iOS 16: So kannst Du das Suchfeld über dem Dock ausschalten
Tv & kino
Featured: The School for Good and Evil 2: Was wissen wir über die Fortsetzung?
Job & geld
Statistik: Zahl der Lehramtsabsolventen nimmt etwas zu
Auto news
Mit Benzintank oder Batterie: Neuer Maserati Granturismo kommt 2023
Internet news & surftipps
Elektronik: Europaparlament macht Weg für einheitliche Ladekabel frei
Empfehlungen der Redaktion
Regional thüringen
Monatskarte: 9-Euro-Ticket: Großer Andrang zum Verkaufsstart in Thüringen
Regional thüringen
Herausforderung: 9-Euro-Ticket: Vorbereitungen in Thüringen laufen
Regional thüringen
Juni-Bilanz: 9-Euro-Ticket sorgt an Wochenenden für volle Züge und Busse
Regional thüringen
Verkehrsverbund: ÖPNV durch Mittelthüringen ab August teurer
Regional thüringen
Verkehr: 9-Euro-Tickt sorgt für mehr als Verdopplung der Nachfrage
Regional thüringen
9-Euro-Ticket: Thüringen will mehr Kapazität in Regionalzügen
Regional thüringen
Bahn: «Alles entspannt» zum 9-Euro-Ticket-Start - Sprit billiger
Regional thüringen
Grünen-Landeschefin: Bohm will Nachfolgeregelung für 9-Euro-Ticket