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Optikbranche besorgt um Forschungsgelder: Messe startet

Die optische Industrie ist nicht nur für Jena, sondern den gesamten Freistaat wichtig. Eigentlich geht es der Branche gut. Doch pünktlich zu einer erstmals stattfindenden Fachmesse ziehen düstere Wolken auf.
Eine Brille beim Optiker
Eine Brille liegt beim Optiker. © Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-tmn/Archivbild

Angesichts des Milliardenlochs im Bundeshaushalt bangt die Thüringer Optikbranche um wichtige Forschungsgelder. «Wir haben viele kleine Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilungen. Die beantragen oft in Kooperation mit Forschungseinrichtungen Mittel», sagte die Geschäftsführerin des Branchennetzwerks Optonet, Nora Kirsten. Diese Gelder seien für die Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wichtig.

Knapp ein Viertel der Unternehmen betrachteten staatliche Förderprogramme einer jüngsten Branchenumfrage zufolge als essenziell. Auch die geplante Ansiedlung großer Halbleiterfirmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt strahle auf die Photonik-Industrie in Thüringen ab, sagte Kirsten.

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts darf der Bund 60 Milliarden Euro nicht wie geplant für den Klimaschutz nutzen. Von dem Geld sollten auch Ansiedlungen wie die von Intel in Magdeburg subventioniert werden. Auf Bundesebene wird nach Wegen gesucht, wie das Finanzloch geschlossen werden soll.

Thüringen und vor allem Jena sind eines der Zentren der optischen Industrie. In der Saalestadt findet von Mittwoch an auch erstmals eine zweitägige Branchenmesse mit 160 Unternehmen aus den Bereichen Photonik, Optik, Elektronik und Mechanik unter dem Titel «W3+ Fair Jena» statt, darunter auch Jenoptik oder Zeiss.

Keine Verlagerungen ins Ausland geplant

Generell gehe es der mittelständisch geprägten Photonik-Industrie im Freistaat gut, sagte Kirsten. Die 186 Unternehmen setzten Optonet-Schätzungen zufolge 2022 etwa 3,8 Milliarden Euro um. «Viele Hersteller sind in Nischen unterwegs, hochspezialisiert und teils auch Marktführer in ihrem Bereich. Das macht sie resilienter.» Dazu komme die hohe Dichte an Unternehmen rund um Jena, was Austausch und Zusammenarbeit befördere. Eine Verlagerung von Produktion in die USA oder andere Länder, wie sie andere energieintensive Unternehmen teils planen, komme daher für fast keine Firma hier infrage.

Sorgen bereite der Branche aber die zu erwartende Fachkräftelücke. Um die zu schließen, brauche es nicht nur mehr Ausbildung und Automatisierung, sondern auch Zuwanderung. «Vor dem Hintergrund der aktuellen Wahlprognosen machen wir uns da große Sorgen», sagte Kirsten. «Wir können als Standort nur punkten mit einer Willkommens- und Bleibekultur.» Zuletzt hatte auch der Vorstand von Jenoptik für mehr Toleranz und Offenheit appelliert.

© dpa
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