Halbleiterboom kurbelt Jenoptik-Geschäft an

Jenoptik ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und wieder ein reiner Optik-Konzern. Trotz Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und die Pandemie hat der Vorstand des Thüringer Konzerns hohe Erwartungen an 2022.
Der Schriftzug «Jenoptik» steht auf dem Dach eines Gebäudes in Jena. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Der Vorstand des Jenoptik-Konzerns rechnet 2022 mit einem weiteren guten Geschäftsjahr, hält sich bei der Gewinnausschüttung an die Aktionäre jedoch zurück. Sie sollen trotz eines Gewinnsprungs im vergangenen Jahr eine stabile Dividende von 25 Cent pro Aktie erhalten, teilte das börsennotierte Thüringer Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz in Jena mit. Zu den Aktionären des Konzerns mit rund 4200 Beschäftigten gehört auch eine Beteiligungsgesellschaft der Aufbaubank und damit indirekt das Land Thüringen.

Der Vorstand begründete die Entscheidung, die Dividende nicht zu erhöhen, mit einer zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine. Dadurch könne es möglicherweise zu einer anhaltenden Phase mit hoher Inflation und höheren Zinsen kommen.

Vorstandschef Stefan Traeger sieht das Unternehmen nach Firmenkäufen und der Trennung von der Militärsparte zu seinen Wurzeln in der Optik zurückgekehrt. «Wir sind unserem Ziel, zu einem global führenden, reinen Photonik-Konzern zu werden, mit der Akquisition von BG Medical und der Swissoptic-Gruppe einen großen Schritt nähergekommen.»

Der Umsatz legte im vergangenen Jahr vor allem dank des Booms in der Chipbranche um 17 Prozent auf 895,7 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 84,3 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie 2020. Jenoptik verkaufte seine Militärtechniksparte Vincorion an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Der Umsatz der Geschäftsbereiche, die bestehen bleiben, belief sich auf 750,7 Millionen Euro.

Er soll in diesem Jahr bei steigender Profitabilität um ein Fünftel wachsen, kündigte Traeger mit Verweis auf eine gute Auftragslage an. Der Auftragseingang in den weiter bestehenden Bereichen legte um fast 60 Prozent auf 936,7 Millionen Euro zu. «Wir suchen händeringend qualifizierte Facharbeiter. Wir haben eine dreistellige Zahl an offenen Stellen.»

Der Vorstandschef bekräftigte die mittelfristigen Ziele: Jenoptik wolle in den kommenden Jahren die Milliardenmarke beim Umsatz knacken. Bis 2025 sollen die Erlöse eine Größenordnung von 1,2 Milliarden Euro erreichen. Jenoptik will sich auf die Märkte Halbleiter/Elektronik, Life Science/Medizintechnik sowie Mobilität konzentrieren.

© dpa
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