Neues Rekordjahr für Zeiss Meditec: Lockdowns belasten

Der Jenaer Medizintechnik-Konzern gehört zu den Umsatzschwergewichten in Ostdeutschland. Das MDax-Unternehmen glänzt seit Jahren mit hohen Wachstumsraten - aber das Chinageschäft sorgt immer wieder für Probleme.
Am Werk der Zeiss Meditec AG hängt das Firmenlogo von Zeiss. © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Der Thüringer Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec hat trotz Lieferkettenproblemen und Lockdowns im wichtigen chinesischen Markt einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Die Erlöse des auf Ausrüstungen für Augenärzte spezialisierten Unternehmens stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 um 15,5 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro, wie der Vorstand am Freitag in Jena mitteilte. Vorstandschef Markus Weber sagte mit Blick auf einen stark gestiegenen Auftragseingang, «wir sind wohlgemut für das neue Geschäftsjahr 2022/23».

Der Auftragseingang stieg im vergangenen Geschäftsjahr um fast ein Drittel auf rund 2,25 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 397 Millionen Euro nach 374 Millionen Euro im Jahr davor. Das Konzernergebnis legte um knapp 16 Prozent auf rund 296 Millionen Euro zu. Die Aktionäre sollen von der guten Entwicklung des im MDax der Frankfurter Börse notierten Unternehmens profitieren. Gezahlt werden solle eine Dividende von 1,10 Euro pro Aktie nach 0,90 Euro im Jahr zuvor.

Die Situation in China mit immer neuen Lockdowns bleibt allerdings schwierig für Zeiss Meditec. Im ersten Quartal des im Oktober begonnenen Geschäftsjahres werde die operative Marge deutlich hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben, hieß es. Mittelfristig will das Unternehmen die Marge nachhaltig oberhalb von 20 Prozent etablieren bei einem Umsatz über zwei Milliarden Euro.

China bleibe ein wichtiger Markt für Zeiss Meditec, sagte Weber. «Wir haben dort langfristige Kundenbeziehungen. Wir werden dort weiter investieren», betonte er. «In den fast drei Jahren der Pandemie haben wir Erfahrungen gesammelt und wissen, dass die Prozeduren im Regelfall später nachgeholt werden. Von daher bleiben wir für China grundsätzlich weiter optimistisch», so Weber. Der Medizintechnikanbieter sei aber international unterwegs - auch dort werde das Engagement ausgebaut. Der Vorstandschef nannte unter anderem die USA.

Im neuen Geschäftsjahr soll der Umsatz mindestens so stark wie der Markt wachsen - das Marktwachstum liege im Schnitt bei drei bis fünf Prozent jährlich. Eine genaue Umsatzprognose gab der Vorstand nicht ab.

Carl Zeiss Meditec stellt unter anderem künstliche Linsen zur Behandlung der Augenkrankheit Grauer Star her sowie OP-Mikroskope und Laser. Beschäftigt werden weltweit 4200 Mitarbeiter, davon etwa 1900 in Deutschland.

© dpa
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