Ministerin: Tierschutzbeauftragter wegen toter Schweine

Schweine, die in einer Mastanlage erstickt sind, sorgen in Thüringen für Diskussionen. Die Polizei erwartet komplexe Ermittlungen.
Anja Siegesmund spricht während der Regierungs-Pressekonferenz. © Martin Schutt/dpa/Archivbild

Nach dem Tod von rund 2000 Schweinen in einer Mastanlage in Nordhausen hat Umweltministerin Anja Siegesmund eine umfassende Aufklärung verlangt. Sie sprach von einem qualvollen Erstickungstod der Tiere, nachdem die Lüftungsanlage in ihren Ställen nicht funktioniert habe. «So etwas darf nicht passieren», sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag im Sommerinterview von MDR Thüringen.

Die Veterinärämter müssten ihrer Meinung nach mehr Handhabe bekommen. Zudem plädierte Siegesmund dafür, das Amt eines Tierschutzbeauftragten der Landesregierung zu schaffen. Diese Stelle sei im 2019 geschlossenen Koalitionsvertrag von Linke, SPD und Grünen vorgesehen, aber bisher nicht geschaffen worden. Es gebe aber Gespräche dazu. Es müsse zunächst geklärt werden, welche Aufgaben und Zuständigkeiten ein Tierschutzbeauftragter des Landes haben solle.

Die Grünen hatten sich im Landtagswahlkampf stark für Landwirtschaft eingesetzt. «Wir wollen eine artgerechte Tierhaltung», sagte Siegesmund. Das Ressort ging aber an die Linke und wird von Susanna Karawanskij geführt.

Gegen den Betreiber der Schweinemastanlage mit insgesamt 50.000 Tieren wird nach Polizeiangaben wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Die Amtstierärztin des Landkreises Nordhausen hatte Strafanzeige gestellt. Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag, bei dem Betrieb handele es sich um eine «hochtechnisierte Anlage». Um die Ursachen für den Ausfall der Lüftung zu ermitteln, müssten nun Daten gesichert und Protokolle erstellt werden. Diese würden dann Fachleuten zur Beurteilung vorgelegt. Es könne noch einige Zeit dauern, bis Ergebnisse vorlägen.

Die Betreiber der Mastanlage hatten das Veterinäramt des Landkreises nach eigenen Angaben unmittelbar nach dem Vorfall informiert und Unterstützung bei der Aufklärung der Umstände zugesagt. Nach Unternehmensangaben war nach ersten Erkenntnissen in 6 von über 150 Abteilungen, in denen die Schweine gehalten wurden, das Lüftungssystem ausgefallen. Die überlebenden Mastschweine seien von Tierärzten untersucht worden. Laut dem Deutschen Tierschutzbund sind bei dem Unglück sogar fast 2500 Tiere verendet. Ein Alarmsystem der Lüftungsanlage habe offenbar versagt.

© dpa
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