Deutlich mehr Thüringer Väter beziehen Elterngeld

Einige Monate den Job an den Nagel hängen und dafür beim Kind zuhause bleiben? In Thüringen ist das für immer mehr Väter attraktiv. Die Hauptlast tragen aber nach wie vor Frauen.
Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf einem Spielplatz. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

In Thüringen beziehen deutlich mehr Väter Elterngeld als noch vor zehn Jahren. Sie bleiben aber nach wie vor deutlich kürzer zuhause als Frauen - die Dauer des Elterngeld-Bezugs hat sich über die vergangenen fünf Jahre kaum verändert. Das geht aus Daten des Landesverwaltungsamts in Weimar hervor.

Demnach entfiel im Jahr 2021 rund ein Drittel (34 Prozent) der Elterngeld-Bewilligungen auf Väter. 2011 hatte der Anteil noch bei 24 Prozent gelegen. Am höchsten lag der Männeranteil vergangenes Jahr mit 40 Prozent in Jena. Im Landkreis Nordhausen war er mit 26 Prozent am niedrigsten. Insgesamt stieg die Zahl der Männer, die in Thüringen eine bezahlte Familienauszeit nahmen, binnen zehn Jahren um knapp 2000 auf 6800.

Den Zahlen zufolge beziehen Männer im Freistaat im Schnitt rund 3 Monate lang Elterngeld - Frauen hingegen 14 Monate. Die Zahlen haben sich für beide Geschlechter in den vergangenen fünf Jahren kaum verändert. Die wenigste Zeit mit Elterngeld verbrachten Väter im Landkreis Hildburghausen mit durchschnittlich 2,2 Monaten. In Jena bekamen Väter im Schnitt 3,6 Monate Elterngeld.

Damit beide Partner zusammen 14 statt 12 Monate Anspruch auf volles Elterngeld haben, muss ein Elternteil mindestens 2 Monate die Lohnersatzleistung beziehen. Den Zahlen zufolge liegen die meisten Thüringer Väter knapp über dieser Schwelle.

Die Bezugsdauer von Elterngeld kann auch verdoppelt werden - dann halbieren sich aber die Auszahlungen. Ein Elternteil kann sich also beispielsweise entscheiden, entweder sechs Monate lang je 1000 Euro ausgezahlt zu bekommen, oder zwölf Monate lang je 500 Euro.

Aus Sicht der Grünen-Familienpolitikerin Babette Pfefferlein hat über die vergangenen Jahre ein Paradigmenwechsel eingesetzt: «Viele Väter wollen ihren Kindern einfach nicht nur aus der Ferne aufwachsen sehen, sondern mit ihren Kindern gemeinsam Zeit verbringen», sagte die familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. Dazu komme auch die relativ hohe Erwerbstätigkeitsquote der Frauen und der Wunsch, den Job nicht lange an den Nagel hängen zu wollen.

Zufriedenstellend sei der gestiegene Väteranteil aber noch nicht - «denn Sorgeverantwortung sollte wirklich partnerschaftlich geteilt werden, das wünschen sich die meisten Eltern». Es brauche viel mehr Möglichkeiten in den Betrieben für eine solche Elternpause, mehr gesellschaftliche Akzeptanz und ein Ende der Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, damit sich Väter von Anfang an mit Zeit und Sorge für Kinder einbringen könnten.

© dpa
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