Thüringen Dritter im Bildungsmonitor

Bei der Kinder-Ganztagsbetreuung und der Ausbildung in naturwissenschaftlichen Fächern genießt Thüringen seit Jahren einen guten Ruf. Bei der Digitalisierung an Schulen sieht es anders aus.
Schwamm und Kreide liegen in einem Klassenraum unter einer Tafel. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Thüringens Bildungssystem gehört in der Rangliste der wirtschaftsnahen Initiative Soziale Marktwirtschaft (INSM) wieder zu den Top Drei unter den Bundesländern. Allerdings werden nach dem am Mittwoch veröffentlichten diesjährigen INSM-Bildungsmonitor Thüringer Stärken wie das Niveau der Berufsausbildung, der Schul- und Hochschulausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften (MINT-Fächer) und das Ganztagsangebot bei Schulen und Kindergärten von Schwächen bei der Digitalausstattung der Schulen überschattet. Auf diesem Gebiet rangiert Thüringen auf Platz 13 der 16 Bundesländer.

«Wir müssen schneller und besser werden beim Breitbandausbau und bei der Umsetzung des Digitalpakts», räumte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) ein. Der Landesverband der Familienunternehmer sieht den Erfolg im Ranking durch die Schwächen bei der Digitalisierung der Schulen gefährdet. «Der Unterricht darf weder an der digitalen Ausstattung noch am Lehrermangel scheitern», erklärte Landesvorsitzende Colette Boos-John. Engpässe seien jedoch schon wegen der unausgewogenen Altersstruktur der Lehrkräfte vorprogrammiert.

Die oppositionelle CDU-Landtagsfraktion warf dem Ministerium Versagen bei Schuldigitalisierung und Gewinnung von Lehrkräften vor. Aus Sicht der Grünen-Landtagsfraktion hapert es nicht nur beim Breitbandausbau und der technischen Ausstattung der Schulen, sondern auch an der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Nach Zahlen des Ministeriums verfügen 64 Prozent aller Schulen beim Internetanschluss über eine Bandbreite von 100 Megabit/Sekunde und mehr. Elf Prozent der Schulen können mit einer Bandbreite von mindestens 1000 Megabit/Sekunde arbeiten. Es sei ein positiver Trend zu erkennen.

Verbesserungsbedarf sieht die Studie auch bei der Ausbildung im IT-Bereich. Hier schneidet Thüringen schlechter ab als andere Bundesländer. Statistisch kämen im Freistaat auf 100.000 Einwohner 23 betriebliche Ausbildungsverträge, etwa halb so viele wie im Bundesdurchschnitt, hieß es. Ein ähnliches Verhältnis zeige sich bei den IT-Hochschulabsolventen mit statistisch 38,6 Absolventen je 100.000 Einwohner (Bundesdurchschnitt: 69,5 je 100.000).

Über das Gesamtergebnis im Ranking zeigte sich Holter erfreut. «Das zeugt von einer sehr guten Arbeit der Pädagogen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerten sich die Fraktionen von Grünen und CDU. Den Spitzenplatz in dem Ranking nimmt erneut Sachsen ein, gefolgt von Bayern.

© dpa
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