Überdurchschnittlich junge Ärzte und Psychotherapeuten

07.06.2022 Thüringens Bevölkerung wird älter und braucht mehr medizinische Versorgung. Zwar sind die Mediziner im Freistaat nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung überdurchschnittlich jung - dennoch werde mehr Nachwuchs gebraucht.

Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die Patienten in Thüringen ambulant versorgen, ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. In Praxen und Medizinischen Versorgungszentren arbeiten inzwischen rund 1700 Hausärzte, 2300 Fachärzte und 516 Psychotherapeuten, wie aus dem Versorgungsbericht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen hervorgeht, der am Dienstag in Weimar vorgestellt wurde.

Wie es weiter hieß, sind die Ärzte und Psychotherapeuten Thüringens im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich jung. Mehr als jeder zehnte (11,0 Prozent) Thüringer Vertragsarzt und -psychotherapeut sei jünger als 40 Jahre. Im Bundesdurchschnitt seien es nur 8,8 Prozent. Dennoch sieht die KV Thüringen eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft darin, Nachwuchs zu gewinnen. Die Thüringer seien älter als der Bundesdurchschnitt und hätten einen höheren Behandlungsbedarf.

Mit der Corona-Pandemie sei die medizinische Versorgung stark in den öffentlichen Fokus gerückt, stellte die KVT-Vorsitzende Annette Rommel fest. Das Virus habe die Praxen in eine seit zwei Jahren andauernde Ausnahmesituation versetzt. 1,4 Millionen Corona-Behandlungen hätten die Mediziner allein im Freistaat erbracht. 4,1 Millionen Impfdosen seien in Thüringen gespritzt worden.

Sie vermisse aber noch immer eine angemessene Wertschätzung der Medizinischen Fachangestellten, die täglich mit infizierten Patienten in Kontakt kämen. «Völlig zurecht haben die Pflegerinnen und Pfleger in den Kliniken einen Bonus für ihre Arbeit erhalten», unterstrich Rommel. Dass die Medizinischen Fachangestellten hingegen bis heute nicht bedacht worden seien, komme «einer politischen Ohrfeige» gleich. Es eine Chance verpasst worden, einen Berufsstand zu würdigen, in dem heute schon Fachkräftemangel herrsche.

© dpa

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