Größere Investitionen für Erhalt der Wartburg nötig

Die Wartburg hoch über Eisenach lockt jedes tausende Besucher an. Doch sie ist viel mehr als nur eine Touristenattraktion, meint Kulturminister Hoff. In dem Erhalt der Burg sieht Hoff eine «Herkulesaufgabe».
Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), Thüringer Minister für Kultur, spricht. © Martin Schutt/dpa

Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) sieht künftig große bauliche Herausforderungen auf die Wartburg zukommen. «Wenn wir die Wartburg in ihrer Bedeutung so erhalten wollen, wie wir sie heute sehen, werden wir uns in den nächsten Jahren intensiver um die Wartburg bemühen müssen», sagte Hoff am Donnerstag vor Beginn einer Sitzung der Wartburg-Stiftung in Eisenach. Hier seien Bund und Land gleichermaßen gefordert. Der Erhalt des Bestandes ist nach Ansicht von Hoff eine «Herkulesaufgabe».

Hoff, der zugleich Stiftungsratsvorsitzender ist, betonte, dass er keine institutionelle Dauerförderung durch den Bund anstrebe. Doch müsse der Bund der Bedeutung der Burg als nationales Kulturdenkmal mit seiner Unterstützung bei den investiven Maßnahmen Rechnung tragen. Die Wartburg sei vielmehr als nur ein beliebtes Touristenziel, betonte Hoff.

Für Bau- und Wertarbeiten stellen Bund und Land den Angaben zufolge jährlich rund eine Million Euro bereit. Zuletzt war für rund 3,5 Millionen Euro das ehemalige Chauffeurshaus saniert worden. Es fungiert jetzt als Erlebnisportal des Freistaates.

Zu den Aufgaben, welche die Wartburg-Stiftung abstecken will, gehören unter anderem die Erweiterung von Ausstellungs- und Depotflächen. Inhaltlich steht laut Frau Burghauptmann Franziska Nentwig künftig unter anderem die Digitalisierung der Wartburg an. Auch über eine neue Dauerausstellung müsse nachgedacht werden. Für das kommende Jahr kündigte Nentwig eine neue Sonderschau mit dem Titel «Mythos Wartburg: 10 Fragen an die ideale Burg an».

Die Wartburg hoch über Eisenach gehört zu den international bekanntesten Touristenattraktionen Thüringens. In diesem Jahr wird mit rund 400 000 Besucher gerechnet. 1521/22 lebte der von Kirchenoberen und Fürsten verfolgte Kirchenreformator Martin Luther mehrere Monate auf der Wartburg im Asyl und übersetzte dort das Neue Testament ins Deutsche. Die heutige Weltkulturerbestätte wird von einer Stiftung verwaltet, die vor 100 Jahren gegründet wurde.

© dpa
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