Waldschäden durch Borkenkäfer in Thüringen auf Rekordniveau

Thüringen gehört zu den waldreichen Bundesländern - allerdings dominieren vielerorts Fichtenbestände. Die hatten es im vergangenen Jahr wieder schwer - Borkenkäfer setzten ihnen heftig zu.
Der Borkenkäfer hat seine Spuren im Holz hinterlassen. © Martin Schutt/dpa/Symbolbild

Die Waldschäden durch Borkenkäfer in Thüringen haben im vergangenen Jahr dramatisch zugenommen. Die Schadholzmenge, die auf das Konto der beiden häufigsten Fichtenborkenkäfer ging, stieg auf knapp 3,9 Millionen Festmeter, teilte ein Sprecher der Landesforstanstalt auf Anfrage in Erfurt mit. «Dies ist der höchste jemals erfasste Wert an Fichtenborkenkäfer-Schadholz», erklärte er.

Allein der häufigste Borkenkäfer, der Buchdrucker, sorgte 2022 für insgesamt mehr als 3,8 Millionen Festmeter geschädigtes Holz, eine Zunahme von etwa sieben Prozent. 2021 waren es knapp 3,6 Millionen Festmeter Schadholz, die auf diese Borkenkäferart zurückgingen.

Vor allem in Ost- und Südthüringen mit den Forstämtern Schleiz, Saalfeld-Rudolstadt, Neuhaus, Gehren, Schönbrunn und Sonneberg habe ein Schwerpunkt gelegen, sagte der Sprecher. Ein Grund sei das über lange Zeit trockene und warme Wetter gewesen. Insgesamt summiere sich die Gesamtschadfläche auf derzeit 76 000 Hektar - nicht nur in den Staatsforsten, auch in den Wäldern von kommunalen und privaten Waldbesitzern.

Eine Prognose für 2023 sei derzeit schwierig. Sie hänge auch vom Witterungsverlauf ab, sagte der Forstsprecher. Es sei in Thüringens Nadelwäldern ein extrem hohes Käferpotenzial feststellbar. Je nach Erfolg der Waldschutz-Maßnahmen im Winter und Frühjahr könne dieses Potenzial reduziert werden. «Aber selbst bei positivem Witterungsverlauf rechnen wir mit erheblichen neuen Schadflächen in 2023.»

«Wir hoffen, dass es dieses Jahr weniger Stürme, Hitze und Trockenheit gibt. Stattdessen wäre ausreichend Niederschlag immens wichtig, damit die Bäume sich erholen und wieder Abwehrkräfte gegen Borkenkäfer und andere Forstschädlinge entwickeln können», erklärte Forstministerin Susanna Karawanskij (Linke).

Das Land sei aber auch auf ein weiteres Extremwetterjahr vorbereitet. «Wir investieren viel Geld, mehr Personal und intensive Arbeit, um das Schadgeschehen zu verlangsamen», sagte die Ministerin. Mit dem Pflanzen klimastabiler Mischbestände mit mehr Baumarten würde der Wald perspektivisch stabilisiert.

© dpa
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