Waldbrandgefahr in Thüringen nimmt stark zu

Schon im Juni fiel in Thüringen zu wenig Regen, auch im Juli ist es bislang zu trocken. Trotz wachsender Waldbrandgefahr ist der Wald im Hochsommer vielen eine «schattige Zuflucht».
Ein Schild mit der Aufschrift «Schütz den Wald vor Brandgefahr» hängt in einem Wald an einem Waldweg. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Thüringen so stark steigen, dass erste Einschränkungen für bestimmte Plätze zu erwarten sind. Nach Angaben des Landesbetriebs Thüringenforst herrschte am Montag in 20 von 32 ausgewiesenen Regionen des Freistaats die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4. Forstämter haben damit die Möglichkeit, besonders gefährdete Orte wie öffentlich zugängliche Grillstellen zu sperren.

Laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes dürfte am Dienstag in fast ganz Thüringen die Gefahrenstufe 4 und am Mittwoch punktuell sogar die Gefahrenstufe 5 erreicht werden. Dies hätte absehbar weitere Sperrungen zur Folge.

Auch die Bäume in Thüringer Städten und Parks ächzen unter der Trockenheit. So wurde etwa in Gera bereits Ende Juni das gesamte geplante Wasserkontingent für 2022 für die Bewässerung genutzt. Die Klassik Stiftung Weimar warnte am Montag vor herabfallenden Ästen in ihren Parks. Grund seien Schäden an den teils jahrhundertealten Bäumen wegen der anhaltenden Dürre. Die Schwächung der Bäume begünstige auch teils neue Pflanzenkrankheiten.

Die Wettervorhersagen lassen laut Thüringenforst in diesem Jahr einen trockenen und heißen Hochsommer erwarten. «Wenn dann die Temperaturen auf Höchstwerte klettern, bietet der Wald schattige Zuflucht», teilte der Landesforstbetrieb mit. Ursache für das Wohlfühlklima in Zeiten des Klimawandels sei das grüne Blätterdach, das die Sonnenstrahlen abschirme. Die Wurzeln der Bäume ziehen Wasser aus dem Boden, das wiederum über die Blätter und Nadeln verdunste. Das kühle die Waldluft merklich ab, oft um vier bis sechs Grad.

«Aber nicht nur das: Wälder filtern pro Hektar bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre. Waldluft ist bis zu 100-mal sauberer als Stadtluft», erklärte Thüringenforst-Vorstand Jörn Ripken. Wichtig sei das nicht nur für Kinder und Senioren, sondern auch für Asthmatiker. Forscher hätten herausgefunden, dass schon nach fünf Minuten Aufenthalt im Wald positive Effekte auf die Gesundheit messbar seien, so Ripken. Allein das Betrachten von Bäumen senke Stresshormone um 13 Prozent.

In Thüringen gibt es laut Thüringenforst 550.000 Hektar Wald - mehr als die Wasserfläche des Bodensees. Durch die Wälder führen diesen Angaben nach 11.336 Kilometer Forstwege.

© dpa
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