Tausende Menschen beim Christopher Street Day

Nach Jahren wieder ein großer Christopher Street Day in Thüringen: Der Zulauf in Jena war groß. Unter der Regenbogenfahne wurde demonstriert, aber auch gefeiert.
Menschen gehen beim Jenaer Christopher Street Day (CSD) durch die Innenstadt. © Bodo Schackow/dpa

Mehr als 4500 Menschen sind beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Jena für mehr Toleranz und Vielfalt sowie die Rechte queerer Menschen auf die Straße gegangen. Diese Zahl nannten sowohl die Veranstalter als auch die Polizei. «Das war der größte CSD-Demonstrationszug in den vergangenen zehn Jahren in Thüringen», sagte eine Sprecherin vom CSD Jena Bündnis. Immer wieder tauchte die Regenbogenfahne im Demonstrationszug auf, die für Vielfalt steht.

Der Zug zog sich nach Angaben der Polizei auf einigen Hundert Metern Länge durch das Zentrum der Thüringer Universitätsstadt. Er sei friedlich verlaufen wie auch die Abendveranstaltungen, sagte ein Polizeisprecher.

Bekräftigt worden seien von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Forderungen unter anderem nach Abschaffung des Transsexuellengesetzes oder für die Gleichstellung aller Familienmodelle, die es in der Gesellschaft gibt, erklärten die Organisatoren. Es gehe aber auch darum, dass beispielsweise Homosexualität als Fluchtgrund für Menschen anerkannt werde, die in Deutschland Asyl suchten.

Zudem müsste eine jährliche, verlässliche Finanzierung von Einrichtungen wie dem queeren Zentrum in Erfurt oder der Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt gesichert werden, sagte die CSD-Sprecherin.

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise solche, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

In der Nacht zu Sonntag wurde an einer Haltestelle ein 21-Jähriger angepöbelt und mit Schlägen bedroht - offenbar wegen seiner sexuellen Orientierung. Die Polizei sprach von «homophoben Beleidigungen». Die Ankündigung eines der Täter, den 21-Jährigen zusammenzuschlagen, rief Passanten auf den Plan, die das verhinderten. Die Polzei sucht nun Zeugen.

Der CSD wird weltweit gefeiert und soll an die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen erinnern. Zurück geht die Bewegung auf ein Ereignis Ende Juni 1969. Polizisten in New York stürmten die Bar «Stonewall Inn» in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

© dpa
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