AfD dementiert Interesse an ehemaligem Kaufhaus in Gera

Die AfD will nach eigenem Bekunden das frühere Tietz-Kaufhaus in der Geraer Innenstadt nicht kaufen. «Die AfD hat keinerlei Interesse an einem Erwerb einer Immobilie in Gera», teilte die Bundesgeschäftsstelle am Sonntag auf Anfrage mit. Auch eine Anmietung von Räumen oder Flächen stehe dort nicht an, hieß es auf Nachfrage. Zuvor hatte MDR Thüringen berichtet, dass sich die AfD für die Immobilie interessiere und es im Oktober eine Besichtigung gegeben habe.
Das leerstehende Stammhaus des früheren Hertie-Kaufhauskonzerns. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

«Ein rechtsextremes Parteizentrum wäre ein Bärendienst für unsere Stadt und Zivilgesellschaft», sagte am Sonntag die Ostthüringer SPD-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser. Die Stadtverwaltung müsse alle Mittel ausloten, um einem Erwerb der Immobilie durch die AfD einen Riegel vorzuschieben.

Das ehemalige Kaufhaus in der Innenstadt ist in Privatbesitz und steht seit vielen Jahren leer. Hier hatte der jüdische Kaufmann Oscar Tietz 1882 ein Textilgeschäft eröffnet und damit den Grundstein für die Warenhauskette «Hermann Tietz» gelegt, die später unter der Abkürzung Hertie firmierte und in den 1990er Jahren vom Konkurrenten Karstadt übernommen wurde. An der Stelle des ersten Geschäfts in Gera wurde 1912 ein Neu- und Erweiterungsbau eröffnet - das bis heute erhaltene historische Kaufhausgebäude mit seinen monumentalen Säulen.

Vor einigen Monaten hatte die AfD das Meißener Kornhaus in Sachsen erwerben und dort ein Schulungszentrum etablieren wollen. Allerdings war die geplante Zwangsversteigerung des geschichtsträchtigen Gebäudes aus dem späten 15. Jahrhundert Ende Juni kurzfristig abgesagt worden.

© dpa
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