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Hochwasser in Thüringen: Räumung von Windehausen

Das Hochwasser hat den kleinen thüringischen Ort Windehausen besonders hart getroffen. Während landesweit die Wasserstände wieder sanken oder zumindest nicht weiter stiegen, spitzte sich die Situation im Norden des Freistaates zu.
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Ein Krankenwagen fährt über eine von Hochwasser überflutete Straße nach Windehausen. © Stefan Rampfel/dpa

Evakuierung statt besinnliche Stunden unter dem Weihnachtsbaum: Im nordthüringischen Windehausen (Kreis Nordhausen) hat sich die Hochwasserlage derart zugespitzt, dass am ersten Weihnachtsfeiertag die Räumung des knapp 500 Einwohner zählenden Ortsteils von Heringen notwendig wurde. «Die Situation ist sehr bedrohlich, so ein Bild habe ich in der Goldenen Aue noch nicht gesehen», sagte der Bürgermeister der Stadt Heringen, Matthias Marquardt (Linke), am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Bis zum späten Abend hatten nach seinen Schätzungen ungefähr 400 Menschen ihre Häuser verlassen. «Etwa 100 Menschen sind in ihren Häusern verblieben», berichtete der Bürgermeister. Nicht alle Gebäude seien in dem Ortsteil durch das Hochwasser bedroht.

In Windehausen hatte es auch am Montag heftig geregnet. Das Wasser stand am ersten Weihnachtsfeiertag teilweise bis zu einem Meter hoch in dem Ort. Es gebe keinen Strom, keine Zufahrt und auch keine Festnetztelefonie, beschrieb der Bürgermeister die kritische Lage. Außerdem funktionierten die Toiletten wegen der fehlenden Abflüsse nicht mehr. Den Einwohnern sei daher dringend angeraten worden, ihre Häuser zu verlassen. Die Menschen würden jedoch nicht mit Polizeigewalt aus ihrem Zuhause geholt, betonte der Bürgermeister.

Wie eine Badewanne vollgelaufen

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der sich am Montag selbst ein Bild vor Ort machte, schrieb auf der Internetplattform X (vormals Twitter): «Allen vom Hochwasser betroffenen Personen gilt meine Hoffnung alsbald nach Hause zurückkehren zu können.» Wann die Menschen tatsächlich wieder in ihre Häuser in Windehausen zurückkehren können, ist derzeit noch ungewiss. Der Bürgermeister rechnet damit, dass die dortige Hochwasserlage noch mehrere Tage andauern wird. «Das ist wie eine Badewanne, die vollgelaufen ist.»

Die Bewohner wurden seit Montagmittag mit Radladern und Katastrophenschutzfahrzeugen evakuiert. Sie wurden zu Sammelpunkten und von dort mit Bussen in eine Turnhalle in Heringen gebracht. Viele Bewohner seien bei Familienangehörigen untergekommen.

Auch in Teilen Südthüringens war die Lage am ersten Weihnachtsfeiertag noch angespannt. Für den Landkreis Hildburghausen wurde eine Hochwasserwarnung ausgesprochen. Diese galt für die Ortschaften Oberrod und Rappelsdorf. Wie das Landratsamt Hildburghausen am Montag weiter mitteilte, waren zunächst aber keine Evakuierungen von Ortschaften notwendig. Im Bereich der Schleuse und Werra seien Maßnahmen zum Hochwasserschutz durch die zuständigen Städte und Gemeinden verstärkt und erhöht worden. Die Bevölkerung werde gebeten, sich über die Lage zu informieren.

Leichte Entspannung in Thüringen

In Thüringen hatte es an mehreren Tagen in Folge stark geregnet, im Bergland geschneit. Zahlreiche Straßen mussten wegen Überschwemmungen gesperrt und Wasser aus Kellern gepumpt werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet zwar weitere Niederschläge für den Freistaat. Der Regen werde den Vorhersagen nach aber nicht so stark ausfallen wie in den vergangenen Tagen, sagte der Sprecher vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, Nils Fröhlich. Der Trend zu sinkenden Pegelständen werde sich daher voraussichtlich weiter fortsetzen.

Dennoch könne es mancherorts wieder zu rasch steigenden Wasserständen kommen. Die Hochwasserlage hatte sich am ersten Weihnachtsfeiertag landesweit weitgehend stabilisiert. Die Wasserstände bewegten sich aber immer noch auf hohem Niveau, sagte Fröhlich.

An fünf Pegeln im Gebiet bis Meiningen lagen die Wasserstände am Montag oberhalb der Meldestufe zwei. Am Pegel Hinternah in Südthüringen wurde weiterhin die zweithöchste Meldestufe drei der vierstufigen Skala überschritten. Zurzeit laufe die Hochwasserwelle die Werra hinab und führe dort zu Wasseranstiegen über die Meldestufe eins. Die Meldestufe zwei wird aber wohl eher nicht erreicht, hieß es aus der Hochwassernachrichtenzentrale.

Auch im Gebiet der oberen Unstrut, Helme und Wipper sowie am Südharzrand habe sich die Hochwasserlage leicht entspannt. Dort haben den Angaben nach alle Pegelstände inzwischen die Meldestufe drei unterschritten, liegen aber auch häufig immer noch auf hohem Niveau.

© dpa ⁄ Annett Gehler, dpa
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