Sieben Lebensmitteltafeln haben Landeshilfen beantragt

Hohe Inflation und viele bedürftige Menschen - die ehrenamtlichen Lebensmitteltafeln haben zu kämpfen. Die Landesregierung will ihnen finanziell helfen. Doch vorerst haben nur wenige um Hilfe ersucht.
Lebensmittelausgabe in einer Tafel. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

In Thüringen haben nach Angaben des Sozialministeriums sieben Lebensmitteltafeln finanzielle Hilfen vom Land beantragt. Anträge auf Unterstützung zur Beschaffung von Lebensmitteln hätten die Tafeln in Apolda, Erfurt, Ilmenau, Jena, Meiningen, Schleiz und Sondershausen gestellt, teilte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage mit. Die Landesregierung hatte zugesagt, die wegen der Inflation stark in Anspruch genommenen und zugleich selbst etwa unter hohen Spritpreisen leidenden Anlaufstellen für Bedürftige finanziell zu unterstützen. In Thüringen gibt es 31 ehrenamtliche Tafeln.

Pro Tafel können laut Ministerium bis zu 3000 Euro gezahlt werden. Die Mittel stammen aus Einnahmen der Thüringer Staatslotterie. Die einzelnen Ministerien haben einen Teil der ihnen zur Verfügung stehenden Lottomittel für die Tafeln reserviert. Anträge konnten die Tafeln bis Mitte September stellen, die eingegangenen werden laut Ministerium derzeit geprüft. «Sollte weiterer Bedarf bestehen, sollten bedürftige Tafeln kurzfristig mit entsprechenden Anträgen auf uns zukommen», so die Sprecherin.

Angesichts der vielen Hilferufe aus Tafeln war mit mehr Anträgen gerechnet worden. Es sei «schade», dass nur relativ wenige Anträge gestellt worden seien, sagte die Vorsitzende des Verbandes der Thüringer Tafeln, Beate Weber-Kehr. Nach ihrer Einschätzung hängt die geringe Nachfrage mit den teils als zu kompliziert empfundenen Antragsformalien zusammen. Haupthindernis sei allerdings, dass von den Tafeln ein Eigenanteil an den Finanzhilfen verlangt werde. Laut Ministerium wurde den Tafeln mitgeteilt, dass ihr Eigenanteil bei der Inanspruchnahme von Lottogeldern 20 Prozent beträgt. «Das ist schwer für die Tafeln», sagte Weber-Kehr.

Die ehrenamtlich tätigen Tafeln sammeln von Supermärkten, Bäckereien oder Lebensmittelherstellern nicht verkauftes oder gespendetes Essen ein und verteilen sie gegen einen geringen Obolus an Bedürftige. Zuletzt hatte der Landesverband einen Rückgang bei Lebensmittelspenden bei zugleich mehr Bedürftigen, nicht zuletzt wegen der die Tafeln nutzenden Ukraine-Flüchtlinge, beobachtet.

© dpa
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