Windhorst nach Verkauf der Anteile: «Hervorragende Lösung»

Das Kapitel Hertha BSC ist für Lars Windhorst beendet. Der neue Investor ist im Profifußball kein Unbekannter und hat in den vergangenen eineinhalb Jahren in mehrere Clubs investiert.
Der Investor Lars Windhorst gibt eine Pressekonferenz bei Hertha BSC. © Andreas Gora/dpa/Archivbild

Fußball-Experten als Investoren anstatt Neueinsteiger ohne großes Wissen: Mit der Investment-Firma 777 Partners mit Sitz in Miami zieht bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC ein neuer Investor als Nachfolger von Lars Windhorsts Firma Tennor ein, der viel Expertise im Profifußball aufwarten kann.

«Wir freuen uns sehr, mit der Übernahme der Tennor-Anteile Partner und Gesellschafter von Hertha BSC zu werden. Hertha BSC ist mit seiner 130-jährigen Geschichte und als Mitbegründer der Bundesliga ein sehr bedeutender Fußball-Verein in Deutschland. Für uns ist es eine Ehre, als Gesellschafter die Zukunft dieses Vereines mit gestalten zu können», sagte Josh Wander, Gründer und Hauptgesellschafter von 777 Partners, zu der Übernahme, der Hertha BSC noch zustimmen muss. 

Der Verein hat ein Vorkaufsrecht der 64,7 Prozent der Anteile, die Lars Windhorst seit 2019 für insgesamt 374 Millionen Euro erworben hatte. Zudem könnte Hertha ein Veto einlegen, falls der neue Investor nicht die Werte des Vereins erfülle. Hertha hatte sich bereits am Mittwoch erfreut über die Entwicklung gezeigt. «Alles Weitere wird nun entsprechend unserer Vereinbarung behandelt», hieß es weiter. Am Stand hatte sich auf Anfrage am Donnerstagvormittag bei Hertha nichts geändert.

Windhorst hatte am Mittwoch den Verkauf seiner Anteile angekündigt und einen Tag später den Vollzug verkündet. «Der Verkauf an 777 Partners ist eine hervorragende Lösung, und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden», sagte Windhorst als CEO der Tennor Holding. «Wir geben unsere Hertha-Anteile an einen international bekannten Fußball Investor mit einer langen Erfahrung. Hertha BSC kann von diesem neuen Gesellschafter sehr profitieren. Er bringt nicht nur wirtschaftliche Stärke ein, sondern auch viel professionelle Erfahrung und ein eindrucksvolles Netzwerk von internationalen Fußballclubs.»

Laut Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter liefen die intensiven Verhandlungen seit rund zwei Wochen, erste Kontakte wurden gleich nach der Ausstiegs-Ankündigung von Lars Windhorst Anfang Oktober geknüpft. Über Details des Geschäftes haben die Partner Stillschweigen vereinbart. 

Der neue Investor ist eine amerikanische Investment-Firma mit Schwerpunkten in Sport, Media, Entertainment sowie Versicherungen und Luftfahrt. Seit September 2021 hat das Unternehmen verstärkt in Fußball-Vereine weltweit von der ersten bis zur dritten Liga investiert. «Wir glauben, dass das Multi-Club-Modell jedem einzelnen der betroffenen Clubs einen Mehrwert bringen kann und es ihnen ermöglicht, bestimmte Ziele zu erreichen», hatte Wander der französischen Sportzeitung «L’Equipe» nach der Übernahme des Drittligisten Red Star Paris gesagt, «es gibt Ressourcen auf Gruppenebene, und diese Ressourcen, die von unserer Holding bereitgestellt werden, eröffnen Clubs neue Möglichkeiten. Wir haben eine Expertenplattform, von der jeder Verein in den Bereichen Datenanalyse, Leistung und Ernährung oder für die kommerzielle Entwicklung profitiert.»

Neben dem Pariser Vorortsverein gehören auch die Erstligisten FC Sevilla, Standard Lüttich, Vasco da Gama aus Brasilien, Melbourne Victory sowie der Zweitligist CFC Genua zum Portfolio. Zudem ist der Investor an der britischen Basketball-Liga sowie dem Club London Lions beteiligt. Leiter der Fußball-Abteilung ist seit Ende Mai 2022 Don Dransfeld, der zuvor als strategischer Direktor beim englischen Erstligisten Manchester City unter anderem auch für die Übernahme anderer Vereine weltweit tätig war. Der Wirtschaftswissenschaftler eröffnete in seinen elf Jahren dem aktuellen englischen Meister zudem neue Geschäftsfelder außerhalb des Profifußballs.

© dpa
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