Vorbereitungen auf Grippeschutzimpfungen laufen in Thüringen

Kommt nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie eine schwere Grippewelle? Nicht zuletzt wegen einer befürchteten Überlastung des Gesundheitssystems raten Ärzte zur Grippeschutzimpfung.
Eine Ärztin impft eine Frau gegen die Grippe. © Jan Woitas/dpa/Archivbild

Hausarztpraxen in Thüringen wappnen sich für die Grippeschutzimpfung. Nach Angaben der Landesverbände von Hausärzten und Apothekern läuft aktuell die Belieferung mit Impfstoff. Die ersten Praxen hätten auch schon mit dem Spritzen angefangen, sagte der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart. «Eigentlich sind ja noch ein paar Tage Zeit.» Die Ständige Impfkommission empfehle einen Impfstart ab Oktober.

Die Nachfrage von Patienten nach dem Grippeschutz sei aktuell größer als die nach Corona-Auffrischungsimpfungen, so Zitterbart. Ärztevertreter raten angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie vor allem Risikopatienten dringend zur Spritze gegen die Virusgrippe (Influenza). Das betrifft vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Überlastung des Gesundheitssystems soll mithilfe der Schutzimpfung vermieden werden.

Neuerdings sind auch Apotheken zur Grippe-Impfung berechtigt. Voraussetzung ist dass das dortige Personal dafür geschult wurde und die Apotheken über geeignete Räumlichkeiten verfügen. Apotheken müssen es beim Landesamt für Verbraucherschutz anzeigen, wenn sie impfen. Allerdings seien bislang noch keine Meldungen eingegangen, sagte eine Behördensprecherin.

«Weder ist klar, wie hoch die Apothekenvergütung für die Impfung ist noch, welche Personengruppen in den Apotheken geimpft werden dürfen», begründete dies der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes, Stefan Fink. Dazu liefen Verhandlungen zwischen den Spitzenverbänden von Pharmazeuten und Krankenkassen.

In der Grippe-Saison 2021/22 waren nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums rund 500 Influenza-Fälle erfasst worden, was weit vom Niveau der Vor-Pandemie-Jahre entfernt ist. Von einer Dunkelziffer ist auszugehen, weil Ärzte wegen der meist eindeutigen Symptome oft auf eine Labordiagnostik verzichten und solche Fälle dann auch nicht amtlich registriert werden.

Wie viele Menschen sich in der zurückliegenden Saison in Thüringen gegen Grippe impfen ließen, ist derzeit noch nicht klar. Laut Kassenärztlicher Vereinigung dauert die Auswertung der Impfabrechnungen an. In der Saison 2020/21 verfügte laut Robert Koch-Institut rund die Hälfte der Bevölkerung über den Impfschutz.

© dpa
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