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Glühweinverkäufer gesucht: Weihnachtsmärkten fehlt Personal

Die Herausforderungen reichen von Nachwuchsproblemen über gestiegene Gema-Gebühren bis zu hohen Stromkosten. Trotzdem planen Kommunen und Veranstalter auch Neuerungen bei den Weihnachtsmärkten.
Erfurter Weihnachtsmarkt
Der Erfurter Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz gilt als größter in Thüringen. © Michael Reichel/dpa

Für Veranstalter und Händler in Thüringen wird es immer schwieriger, Stände auf Weihnachtsmärkten zu besetzen. «Das fehlende Personal ist ein großes Problem», sagte Franziska Mühlhause von der Stadtverwaltung Nordhausen. «Handwerkerstände und somit handwerkliche Erzeugnisse werden immer seltener, weil keine personellen Kapazitäten vorhanden sind.» Grundsätzlich werde es an vielen Stellen schwieriger, Mitarbeiter zu finden - vom Betrieb der Hütten bis zur Reinigung der Marktflächen.

Auch die Stadtverwaltungen in Jena, Sonneberg und Weimar berichten von ähnlichen Problemen: So hätten etwa in Weimar Händler bereits aufgrund von Personalengpässen ihre Teilnahme absagen müssen, sagte eine Sprecherin. Es sei außerdem zunehmend kompliziert, Kunsthandwerker zu finden und zu binden. Auch in Sonneberg werde es immer schwieriger, alle Hütten zu besetzen, hieß es aus der Stadtverwaltung. Aufgrund fehlender Mitarbeiter habe es ebenfalls bereits Absagen von Händlern gegeben, insgesamt gebe es immer weniger Anbieter mit weihnachtlichen Artikeln.

In Jena mache sich ein allgemeiner Rückgang von Standbetreibern und Verkaufsständen im Handel bemerkbar, sagte ein Verwaltungssprecher. Allgemeine Kostensteigerungen und zurückhaltendes Kaufverhalten spielten eine Rolle. Dazu kämen Schwierigkeiten der älteren Standbetreiber, Nachfolger zu finden. Genügend Personal für den vier Wochen dauernden Markt zu finden, sei schon immer herausfordernd gewesen, so der Sprecher weiter. In Jena habe es aber bisher keine negativen Rückmeldungen oder Absagen gegeben.

Eine Erhöhung der Standgebühren vor allem aufgrund der ohnehin angespannten Situation gab es den Angaben nach in keiner der genannten Städte.

Märkte in Erfurt und auf Leuchtenburg ohne Personalprobleme

Ganz anders ist die Lage beim sehr erfolgreichen und umsatzstarken Erfurter Weihnachtsmarkt: Hier stellten Personalengpässe bislang kein Problem dar, sagte Sven Kaestner, Abteilungsleiter Märkte und Stadtfeste in Erfurt. Zudem seien die Standgebühren angepasst worden - unter anderem wegen der Kosten für Strom, Lohn und wegen der im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Veranstaltungstage. Außer Erfurt meldet nur der Weihnachtsmarkt auf der Leuchtenburg in Seitenroda (Saale-Holzland-Kreises) keine Personalprobleme.

Gema-Gebühren ziehen an

Ein grundsätzliches Ärgernis für Kommunen wie Nordhausen und Erfurt sind die Kosten für gebührenpflichtige Musik. Denn die sogenannten Gema-Gebühren sind aufgrund von Neuberechnungen der Grundfläche teils deutlich gestiegen. Bundesweit hatten der Verwertungsgesellschaft Gema zufolge 2022 insgesamt 135 Städte die immensen Preissteigerungen bei Lizenzen reklamiert, in 35 Fällen hatten diese im fünfstelligen Bereich gelegen.

Trotz dieser Entwicklung werde es etwa in Nordhausen weihnachtliche Musik und ein Kulturprogramm geben, erklärt Franziska Mühlhause. Die Gema hat auf ihrer Internetseite eine Liste mit im Original frei nutzbaren Weihnachtsliedern veröffentlicht. Betroffen seien also vor allem Lieder neueren Datums.

Neuerungen bei den Märkten 2023

Trotz der vielen Herausforderungen haben viele Weihnachtsmärkte ihr Angebot erweitert und erwarten Besucherzahlen wie vor der Corona-Krise. In Nordhausen soll es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Weihnachtsliedersingen mit städtischen Schulchören geben, zudem sei der Märchenwald erweitert worden. In Weimar ziehen die Stände von der Schillerstraße in das neue «Glühweindorf» auf dem Frauenplan und den Herderplatz um.

In Sonneberg werde es am Weihnachtsmarkt-Wochenende zum ersten Mal eine kleine Bühne und einen Verkaufsstand der Glasfachschule Lauscha geben. Die Leuchtenburg setze bei ihrem Angebot immer stärker auf regionales Handwerk und biete einen Shuttleservice vom Bahnhof Kahla hinauf zur Burg. Erfurt habe unter anderem in neue stadteigene Verkaufshütten investiert, so Sven Kaestner.

© dpa
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