Noch 19 Kinder-Intensivbetten frei: «Lage beherrschbar»

Viele Kinder in Thüringen leiden derzeit an Atemwegsinfekten. Vor allem Kleinkinder sind vom RS-Virus betroffen. Gesundheitsministerin Heike Werner sieht aber noch keine kritische Situation in den Kinderkliniken.
Heike Werner (Die Linke), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit Frauen und Familie von Thüringen spricht während einer Regierungs-Pressekonferenz. © Martin Schutt/dpa/Archivbild

Kranke Kinder, Personalausfälle, viele belegte Kinder-Intensivbetten: Atemwegsinfekte mit Influenza- oder RS-Viren greifen in Thüringen um sich. Nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Heike Werner ist die Lage aber noch beherrschbar. «Die Situation in den Kinderkliniken ist angespannt, aber wir haben keine kritische Situation», sagte Werner am Dienstag in Erfurt. Die Versorgung der Kinder und Jugendlichen sei «gesichert» - vor allem auch in den Intensivstationen der Kliniken.

RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger hatte bereits vergangenes Jahr für eine außergewöhnliche Infektionswelle in einigen Ländern gesorgt.

Die geschätzte Anzahl der akuten Atemwegserkrankungen sei deutlich angestiegen - das könnten Infektionen mit dem RS-Virus sein, aber auch Ansteckungen mit dem Influenzavirus, also Grippeerkrankungen. Von RSV seien vor allem Kinder zwischen null und vier Jahren betroffen, von Grippe derzeit vor allem Schulkinder.

Werner zufolge sind thüringenweit 42 Betten in Kinder-Intensivstationen belegt, 19 freie Betten gebe es noch. Ihr sei versichert worden, dass für jedes Kind, das eine intensivmedizinische Behandlung brauche, diese auch sichergestellt sei. Bisher gebe es keine Abweisungen oder Verlegungen von Kindern in Kliniken anderer Bundesländer.

Verschiedene Zahlen deuteten laut Werner darauf hin, dass der Höhepunkt der Infektionswelle mit dem RS-Virus womöglich erreicht sei.

Nicht nur Kinder sind von Atemwegsinfekten betroffen. Dem Gesundheitswesen wie auch dem Bildungssektor machen Personalausfälle zu schaffen. Nach Einschätzung des Thüringer Bildungsministeriums ist die personelle Lage in vielen Kindergärten des Freistaates krankheitsbedingt angespannt. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers gebe es aber keine Schließungen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes. «Wenn es zu Schließungen kommt, wären sie betriebsbedingt», sagte er. Für den Betrieb von Kindergärten sind in Thüringen verschiedene Träger zuständig - darunter sind auch viele Kommunen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums gilt weiterhin der Mindestpersonalschlüssel - also die Regelung, um wie viele Kinder sich eine Erzieherin maximal kümmern darf. Die Träger könnten aber mit Gruppenzusammenlegungen reagieren, da auch viele Kinder erkrankt und nicht in der Kita-Betreuung seien.

Heike Werner machte deutlich, dass bei der Grippe noch nicht erkennbar sei, ob man sich bereits auf dem Höhepunkt der Infektionswelle befinde. In den vergangenen Jahren - auch vor der Pandemie - waren die Influenza-Infektionszahlen vor allem in den Monaten Januar, Februar und März stark angestiegen.

© dpa
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