Drei Viertel der Versicherten regelmäßig beim Zahnarzt

Die Zahngesundheit der Thüringer hat sich einer Analyse zufolge deutlich verbessert. Die Zeiträume, in denen keine invasiven Zahnbehandlungen erforderlich sind, werden immer länger, wie aus dem am Donnerstag in Erfurt vorgestellten Zahnreport der Barmer Krankenkasse hervorgeht. Am längsten seien die Intervalle ohne Behandlungen an Zähnen, Wurzeln und Zahnfleisch bei jungen Erwachsenen.
Zahnarzt steht an einem Fenster eines Hauses geschrieben, in dem sich eine Zahnarztpraxis befindet. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

So kämen 20-Jährige in Thüringen im Schnitt rund drei Jahre und dreieinhalb Monate ohne zahnärztlichen Eingriff aus. Im Vergleich der Jahre 2012 und 2020 ist dieser Zeitraum um einen Monat angewachsen. Einen noch deutlicheren Anstieg der therapiefreien Zeit zeigen die Daten bei den 40-Jährigen. Diese kamen 2012 durchschnittlich etwas mehr als 20 Monate ohne invasive Zahntherapie aus. Im Jahr 2020 betrug die therapiefreie Dauer bereits 23 Monate. Bei den 60-Jährigen haben sich die Zeiträume ohne Eingriffe an den Zähnen um einen Monat auf elf Monate verlängert.

Das hat nach Ansicht von Barmer-Geschäftsführerin Birgit Dziuk auch mit dem beginnenden Wandel von einer therapie- hin zu einer präventionsgeprägten Zahnmedizin zu tun. Dem Report zufolge gehen in Thüringen drei Viertel (74,2 Prozent im Jahr 2020) regelmäßig zur Kontrolle und damit mehr Menschen als in den meisten anderen Bundesländern. Eine noch höhere Quote gebe es nur in Sachsen (74,4 Prozent).

Die Analyse zeige auch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, hieß es. Demnach sind Männer deutlich öfter langfristig therapiefrei als Frauen. Erst ab dem Alter von 70 Jahren kehre sich das Geschlechterverhältnis um. «Frauen nehmen offenbar mehr zahnärztliche Leistungen in Anspruch als Männer», sagte Dziuk.

Die Thüringer Zahnärzte warnen indes vor der Streichung wichtiger zahnmedizinischer Behandlungen. Das im Bundestag beschlossene Finanzstabilisierungsgesetz für die gesetzlichen Krankenkassen solle die Ausgaben für zahnmedizinische Leistungen begrenzen und die bislang zwischen Zahnärzten und Krankenkassen selbstständig ausgehandelte Vergütung einschränken.

«Ein begrenztes Budget für zahnmedizinische Leistungen bedeutet faktisch die Kürzung zugesicherter Behandlungen für unsere Patienten», kritisierte Christian Junge, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen. Das neue Gesetz führe damit absehbar zu einem tiefen Einschnitt in die Qualität der zahnärztlichen Patientenversorgung.

© dpa
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