Bislang keine Probleme mit Legionellen in Thüringen

Die Gesundheitsämter in Thüringen haben bislang keine Probleme mit Legionellen wegen einer möglichen Absenkung von Wassertemperaturen angesichts der Energiepreise festgestellt. Das geht aus einer stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Demnach lässt sich keine Tendenz von erhöhten Legionellen im Zusammenhang mit möglichen Warmwasserabsenkungen erkennen. Alle befragten Gesundheitsämter warnen jedoch davor, die Warmwassertemperatur unerlaubt auf unter 60 Grad zu senken. Bei einer Temperatur unter 60 Grad bestehe «das Risiko der Verkeimung», wie die Pressesprecherin der Stadtverwaltung Jena, Stefanie Braune, mitteilte. Ab einer Temperatur von 60 Grad werden Legionellen abgetötet, bestätigt ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Wartburgkreis.
Ein Duschkopf hängt in einer Dusche in einem Badezimmer. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Eine gesamtheitliche und aktuelle Aussage über die aktuelle Situation lasse sich laut Braune aber nicht treffen, da öffentliche Einrichtungen einmal pro Jahr eine Untersuchung auf Legionellen machen. Bei privaten Vermietern ist eine Legionellenprüfung mindestens alle drei Jahre erforderlich. Zudem haben Mieter, die ihr Wasser aus Großanlagen beziehen, einen rechtlichen Anspruch auf eine Mindesttemperatur, die nicht unterschritten werden darf.

Die Gefahren einer zu hohen Konzentration an Legionellen ist auch den Thüringer Wohnungsbaugesellschaften bekannt. Laut Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V gibt es keine Genossenschaft, die die Temperatur von Warmwasser angesichts der Energiepreise bei ihren Mietern abgesenkt habe, wie eine Sprecherin mitteilte. Keine große Wohnungsgesellschaft oder -genossenschaft könne es sich leisten, dass Legionellen in hoher Konzentration auftreten, sagte die Sprecherin weiter. Die Wohnungsunternehmen in dem Verband bewirtschaften eigenen Angaben zufolge rund 264.000 Wohnungen.

Legionellen sind Bakterien, die bei zu hoher Konzentration Lungenentzündungen und grippeähnliche Symptome auslösen können. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. In geringer Anzahl gehören Legionellen zu einem natürlichen Bestandteil von Grundwasser.

© dpa
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