140.000 Gäste in Ausstellung zu Bibelübersetzung

Luthers Bibelübersetzung vor 500 Jahren auf der Wartburg hat Thüringen ein Gedenkjahr gewidmet. Vor allem in Eisenach, wo es am Wochenende ins Finale geht, gab es viele Veranstaltungen.
Herbstlich färbt sich das Laub der Bäume an der Wartburg bei Eisenach. © Martin Schutt/dpa

500 Jahre nach Luthers Bibelübersetzung auf der Wartburg bei Eisenach haben mehr als 140.000 Menschen die dazu gezeigte Sonderausstellung am authentischen Ort besichtigt. Das Interesse halte weiter an, sagte Franziska Nentwig, Burghauptmann der Wartburg, auf Anfrage. «Wir lassen sie deshalb noch bis Anfang Januar weiterlaufen.»

Ursprünglich sollte die Ausstellung «Luther übersetzt. Von der Macht der Worte», die die sprachliche Leistung des Kirchenreformators Martin Luther (1483-1546) würdigt und Parallelen zur Gegenwart zieht, am 6. November enden. Die Schau ist einer der Höhepunkte im vor einem Jahr eröffneten Thüringer Themenjahr «Welt übersetzen» in Erinnerung an das weltgeschichtliche Ereignis. Es geht in Eisenach am Wochenende ins Finale.

Luther hatte 1521/22 in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche übertragen und damit auch die Grundlage für eine einheitliche deutsche Schriftsprache geschaffen. Nentwig zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf das Themenjahr. Die Veranstaltungen hätten es geschafft, zum Nachdenken über Sprache anzuregen. «Das war ganz spannend.» Zugleich habe sich an den Besucherzahlen auf der Wartburg auch gezeigt, dass sich der Tourismus in Thüringen noch nicht wieder von der Corona-Krise erholt habe. Auch das Lutherhaus in Eisenach, neben der Wartburg das wichtigste Museum zum Wirken Luthers in Thüringen, spürt dies nach Einschätzung seines Leiters Jochen Birkenmeier weiter.

«Gruppen-Busreisen hinken noch dem Vor-Corona-Niveau hinterher, auch ausländische Gäste kommen noch nicht wieder in dem Maß wie vor Corona», sagte Birkenmeier. Wie auch auf der Wartburg zu beobachten, kamen in erster Linie Individualtouristen, Familien und Schülergruppen aus der Region in das Museum, dessen aktualisierte Dauerausstellung «Luther und die Bibel» von Mai bis September gut 10.000 Gäste gesehen haben.

Nicht erfasst sind in dieser Zahl die Besucher der Sonderausstellung zum antisemitischen «Entjudungsinstitut», mit dem die evangelische Kirche jegliche jüdische Einflüsse auf das Christentum und die Bibel tilgen wollte. Ursprünglich sollte sie bis zum Jahresende gezeigt werden, wird jetzt aber wegen des starken Besucherinteresses bis Ende 2023 verlängert.

© dpa
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