Rund 1500 Menschen protestieren gegen rechte Kundgebung

Die extrem Rechte hatte zu einer Großdemo nach Erfurt gerufen. Doch es kamen weit weniger Teilnehmer als angemeldet. Dafür war der Gegenprotest größer als erwartet.
Teilnehmer einer Demonstration laufen durch die Innenstadt. © Bodo Schackow/dpa

Gegen einen rechten Aufmarsch in Erfurt sind am Samstag nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen auf die Straße gegangen. Sie setzten damit ein Zeichen gegen eine Kundgebung der extrem Rechten am selben Tag, zu der sich neben dem Landtag laut Polizei bis zu 2000 Menschen versammelt hatten. Die Zahl der Teilnehmer lag damit weit unter den angekündigten 10 000. Für die unter anderem von den Linken unterstützte Gegendemo waren nur rund 500 Teilnehmer erwartet worden.

Die Polizei habe bei der Kundgebung der extrem Rechten 39 Schilder sichergestellt, die Politiker in Sträflingskleidung zeigten. Insgesamt wurden zehn Strafanzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Körperverletzungsdelikten aufgenommen. Auf der Kundgebung beim Landtag wurde nach Polizeiangaben ein Journalist gestoßen.

Während der beiden Aufzüge durch die Landeshauptstadt waren mehrere hundert Beamte im Einsatz. Die Thüringer Einsatzkräfte wurden von Kollegen aus Hessen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Den Angaben nach wurden zwei Polizisten leicht verletzt.

Auf der rechten Kundgebung traten unter anderen der wegen Volksverhetzung verurteilte Chef der rechtsextremen Kleinpartei «Freie Sachsen», Martin Kohlmann, sowie der Herausgeber des «Compact-Magazins», Jürgen Elsässer, als Redner auf. Auch Pegida-Chef Lutz Bachmann und der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke standen auf der Bühne. Sowohl Pegida als auch die Thüringer AfD werden vom Verfassungsschutz als extremistische Bestrebung eingestuft.

Die Linke-Landtagsabgeordnete, Katharina König-Preuss, sagte, derartige Aufmärsche zeigten, dass der Schulterschluss zu einer faschistischen Bewegung vollzogen sei. Sie würden aus dem extrem rechten Spektrum organisiert und durch entsprechende Gruppierungen unterstützt. Dagegen gelte es ein klares Zeichen zu setzen.

© dpa
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