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Forscher: In Ostdeutschland bald Arbeitskräftemangel

Die Bevölkerung in Deutschland altert, Firmen sind auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. In manchen Regionen ist die Lage nach Ansicht von Experten deutlich angespannter.
Frau in Büro
Eine Frau steht in einem Büro. © Annette Riedl/dpa/Illustration

Vor allem in Ostdeutschland werden nach Einschätzung von Bevölkerungsforschern in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Arbeitskräfte knapp. Trotz Zuwanderung sei dort mit einer erheblichen Abnahme der Zahl der Menschen im Erwerbsalter zu rechnen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

«Die gegenwärtige Altersstruktur in Ostdeutschland ist noch immer durch den Geburteneinbruch nach der Deutschen Vereinigung und die verhältnismäßig starke Abwanderung der letzten Jahrzehnte geprägt», erklärte Bettina Sommer, Expertin für Bevölkerungsentwicklung bei der Wiesbadener Behörde. «Selbst bei vergleichsweise hoher Zuwanderung, wie wir sie aktuell beobachten, können die damit verbundenen Verluste im Hinblick auf die künftige Entwicklung der Bevölkerung im Erwerbsalter nicht kompensiert werden.»

Zum Jahresende 2022 lebten nach Angaben des Bundesamtes 51,4 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren in Deutschland, davon 7,2 Millionen in den ostdeutschen Bundesländern. In den nächsten 20 Jahren werde deren Zahl in Ostdeutschland um mindestens 560.000 (minus 8 Prozent) bis 1,2 Millionen Menschen (minus 16 Prozent) zurückgehen. «Bis zum Jahr 2070 ist hier mit einem Rückgang um mindestens 830.000 Menschen und maximal um 2,1 Millionen Personen in dieser Altersgruppe zu rechnen», teilte das Bundesamt auf Basis einer Bevölkerungsvorausberechnung mit.

Zuwanderung aus dem Ausland notwendig

Wie stark der Rückgang in Ostdeutschland tatsächlich ausfalle, hänge vor allem davon ab, wie viele Arbeitskräfte aus dem Ausland zuwanderten. In Westdeutschland erwarten die Forscher hingegen einen vergleichsweise geringen Rückgang der Zahl der Erwerbsfähigen bis 2043 um 680.000 oder zwei Prozent. Ein Grund: Wenn Menschen aus dem Ausland nach Deutschland zuwandern, dann größtenteils in die westdeutschen Bundesländer.

Ein langjähriger Trend jedoch hat sich vor einigen Jahren umgekehrt: Seit 2017 ziehen nach Angaben des Bundesamtes durchgängig mehr Menschen von Westdeutschland in die ostdeutschen Länder als umgekehrt. Überwiegend seien dies Menschen im Erwerbsalter. Im Jahr 2022 waren demnach gut drei Viertel (77 Prozent) der aus dem Westen in den Osten Zugezogenen 18 bis 64 Jahre alt, ein Drittel (33 Prozent) gehörte zur Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.

© dpa
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