Deutsches Gartenbaumuseum sieht sich als Trend-Haus

13.04.2022 Umfragen zeigen: Das Interesse am Gärtnern steigt. Das will das nach eigenen Angaben einzige Gartenbaumuseum Deutschlands in Erfurt in einer neuen Dauerausstellung aufgreifen. Und es hat große Pläne.

Die historische Cyriaksburg, in der sich das Deutsche Gartenbaumuseum befindet. © Martin Schutt/dpa

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt sieht sich mit seiner neuen Dauerausstellung im Trend. «Grüne Themen sind ein Trendthema», sagte Museumsleiterin Ulrike Richter am Mittwoch bei der Vorstellung der Schau «Garten! Vom Paradies ins Einkaufsregal». Das Durchschnittsalter in Schrebergärten sinke, in Städten steige die Zahl gemeinsamer Gartenanlagen, die sozialen Medien seien voll mit Gartenkanälen, sagte Richter. Das Thüringer Haus ist nach eigenen Angaben Deutschlands einziges Gartenbaumuseum. Die neue Ausstellung sowie weitere Angebote sollen es deutschlandweit bekannt machen.

Mit dem Abschluss der Arbeiten an der Ausstellung wurde das insgesamt rund 6,6 Millionen Euro schwere Sanierungsprojekt in der denkmalgeschützten Cyriaksburg laut Museum erfolgreich abgeschlossen. Das 2016 freigegebene Projekt sollte bereits zur Bundesgartenschau im vergangenen Jahr öffnen. Coronabedingt seien damals aber nur Teile der neuen Ausstellung fertiggestellt worden, sagte Richter. Umso mehr freue sie sich, nun barrierefrei und nachhaltig neue Wege zu gehen.

Letzte LED-Lampen wurden am Mittwoch noch eingesetzt, grüne Blätter aus Holz zurecht gerückt und Tablets geladen, bevor das Haus am Donnerstag zur exklusiven Eröffnungsfeier lädt. Ab Freitag können dann alle Gäste insgesamt 20 neu gestaltete Räume auf dem Egapark-Gelände besuchen. Das interaktive Angebot zum Gartenbau richtet sich auf Deutsch und Englisch sowie in Bild und Ton an alle Alters- und Interessensgruppen - mit oder ohne Garten.

Man habe «genügend Themen in der neuen Dauerausstellung», um über alle Formen und Vorgänge aufzuklären. Manchen Hobbygärtnern und Hobbygärtnerinnen fehlten etwa relevante Kenntnisse, sagte Richter. «Die Fertigkeiten des Bestäubens, Pikierens und des Bepflanzens ist nicht jedem gängig und kommt meist zu kurz.» Ebenso werden aber auch rechtliche und geschichtliche Fragen im Nachbarschaftsstreit beleuchtet: Wer muss sich um das Laub kümmern, das hinter dem Gartenzaun liegt? Und warum gibt es eigentlich Gartenzäune?

Das Museum habe sich aber nicht nur optisch verändert, so die Leiterin. Man wolle in Zukunft auch verstärkt in Schulen gehen und den öffentlichen Raum erkunden. Zudem sollen hier künftig Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Ein hauseigenes Café werde vorerst nur an Wochenenden öffnen, könne aber je nach Nachfrage auch in den täglichen Betrieb übergeben.

© dpa

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