Siemens Energy rüstet sich für mögliche Gasmangellage

Auch der Energietechnikkonzern Siemens Energy in Erfurt bereitet sich auf den Fall einer Gasmangellage vor. «Wir haben entsprechende Szenarien, die wir planen», sagte der kaufmännische Leiter Stephan am Freitag in Erfurt. «Hier geht es wirklich konkret darum, was machen wir, wenn jetzt wirklich kein Gas da ist.» Angesichts der politischen Lage sei man auf der Suche nach Möglichkeiten zur Sicherung und Erleichterung der Produktion. Beim Fertigungsprozess der in Erfurt hergestellten Generatoren wird Gas etwa zum Trocknen, Heizen wie auch für Fertigungsvorgänge eingesetzt. «Vorgänge, die wir eventuell weglassen, umstellen können.»
Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt mit Andreas Konschak, Betriebsleiter in Erfurt. © Bodo Schackow/dpa

Seit Mitte Juni hat der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert und dies mit einer fehlenden Turbine von Siemens Energy begründet, die in Kanada gewartet wurde. Aktuell ist Nord Stream 1 voraussichtlich bis zum 21. Juli für Wartungsarbeiten abgeschaltet. Offen ist, ob Gazprom die Lieferung anschließend wieder aufnehmen wird. «Wir sind da nicht involviert, wir beobachten da genauso mit Spannung, was da passiert», sagte der Erfurter Hauptgeschäftsführer Andreas Konschak.

Angesichts der deutlich verringerten Gaslieferungen aus Russland hat die Bundesregierung Ende Juni die zweite von drei Alarmstufen ausgerufen. Die dritte wäre die Notfallstufe. Sollte die Bundesregierung sie ausrufen, agiert die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler - sie entscheidet also, wer wie viel Gas bekommt. Sogenannte geschützte Kunden, darunter auch private Haushalte, haben dann Vorrang. Eine Bevorzugung der Industrie ist nicht vorgesehen.

«Was Russland Mitte Juli macht, das wissen wir nicht. Das weiß niemand», sagte Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) bei einer Begehung des Werks in Erfurt. «Aber alle sind gerade darauf ausgerichtet, diese Krise vorzubereiten, so weit man das vorbereiten kann.» Sie rief erneut dazu auf, Energie zu sparen. «Das ist eine ganz wichtige Botschaft weiterhin: einsparen, einsparen, einsparen. Jede Minute, die wir kürzer duschen, jede Möglichkeit, die Heizung runter zu drehen - das klingt banal, aber alles das hilft uns, nicht in den Krisenmodus verfallen zu müssen.»

© dpa
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