Windenergieverband fordert mehr Tempo bei Windkraft-Ausbau

Die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen beim Windkraftausbau nach Einschätzung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) viel stärker als bisher aufs Tempo drücken, um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Die aktuelle Situation in den drei Ländern sei ein «Trauerspiel», sagte Verbandspräsident Hermann Albers am Montag beim Mitteldeutschen Windbranchentag in Leipzig.
Windenergieanlagen stehen auf einem Feld. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

In Sachsen seien im ersten Halbjahr 2022 nur zwei neue Anlagen errichtet worden, in Thüringen fünf und in Sachsen-Anhalt sechs. «Das ist ein Bruchteil dessen, was nötig wäre», sagte Albers. Der Verbandspräsident betonte, dass inzwischen auch die Industrie Strom aus Erneuerbaren Energien massiv nachfrage. Bundesländer, die hier kein Angebot machen könnten, drohten sich selbst abzuhängen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will gesetzlich festschreiben lassen, dass bis 2032 zwei Prozent der Bundesfläche für Windkraft genutzt werden. Davon sind Sachsen (0,3 Prozent), Thüringen (0,4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,08 Prozent) aktuell noch weit entfernt.

Auf dem Windbranchentag diskutierten Vertreter aus den drei Energieministerien der Länder mit den Landeschefs des Windenergieverbandes, wie eine Beschleunigung zu schaffen sei. Die Branchenvertreter stuften vor allem die Regionalplanung als Flaschenhals ein.

Sachsens Ressortchef Wolfram Günther (Grüne) sagte, dass er mehr Fragezeichen als Antworten habe, wie Sachsen die zwei Prozent schaffen solle. Es werde aber an Stellschrauben gedreht. «Entweder gestalten wir im Freistaat Sachsen, oder wir werden gestaltet», sagte Günther.

Der Staatssekretär im Energieministerium in Erfurt, Burkhard Vogel, verwies auf die nicht ganz einfache politische Situation im Freistaat mit einer Minderheitsregierung. «Wir sind bei weitem noch nicht dort wo wir sein wollen», sagte Vogel. Sein Amtskollege aus Magdeburg, Thomas Wünsch, sagte, dass in Sachsen-Anhalt bis nächstes Jahr eine grundsätzliche Einigung zum Ausbau der Erneuerbaren erreicht werden solle.

© dpa
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