Land gibt eine Million Euro für neue Dorfläden

Sie haben 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet und kommen weitgehend ohne Personal aus: digitale Dorfläden. Ein Verkaufskonzept, das sich im ländlich geprägten Thüringen durchaus trägt. Dennoch hat das Interesse an Fördergeldern nachgelassen.
«Emmas Tag & Nacht Markt» steht über den Fenstern eines 24-Stunden-Dorfladens. © Martin Schutt/dpa/Archivbild

Thüringen fördert in diesem Jahr fünf neue Dorfläden, die rund um die Uhr geöffnet haben sollen. Dafür würden eine Million Euro bereitgestellt, wie ein Sprecher des Infrastrukturministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zu den bewilligten Vorhaben zählen demnach Läden in Tonndorf (Weimarer Land), Görsbach (Kreis Nordhausen), Treffurt (Wartburgkreis), Leubingen und Haßleben (beide Kreis Sömmerda).

Ursprünglich lagen 13 Förderanträge hauptsächlich von Kommunen für neue 24-Stunden-Dorfläden vor. Davon wurden nach Ministeriumsangaben fünf wieder zurückgezogen, weil entweder die notwendigen Unterlagen nicht vervollständigt werden konnten oder die Gemeinden die Umsetzung des jeweiligen Projektes dann doch nicht als realistisch angesehen haben. Drei Anträge seien nicht bewilligt worden, hieß es. In dem Auswahlverfahren seien unter anderem die Entfernung zur nächsten Einkaufsmöglichkeit oder Nachhaltigkeitsaspekte wie die Installation von Solaranlagen berücksichtigt worden.

Das Interesse an der Förderung solcher digitaler Dorfläden, in denen die Kunden ihre Einkäufe scannen und mit Bankkarte zahlen, ist damit in Thüringen spürbar gesunken. Im vergangenen Jahr gingen laut dem Ministerium noch 27 Anträge ein, von denen schließlich die Errichtung von 16 Dorfläden und Verkaufsautomaten in ganz Thüringen mit Landesgeldern unterstützt wurde. Die Förderung von 24-Stunden-Dorfläden war auf Drängen der CDU-Fraktion in diesem Jahr noch einmal aufgelegt worden.

Das Ministerium verwies darauf, dass es parallel ein weiteres Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raumes mit ähnlicher inhaltlicher Ausrichtung gibt. Dieses laufe noch bis Ende 2023 und soll auch darüber hinaus fortgeführt werden. Für dieses Förderprogramm könnten daher weiterhin Anträge für Dorfläden gestellt werden. Nach Ministeriumsangaben hat der Freistaat seit 2015 bereits fast 50 Dorf- und Hofläden sowie Verkaufsautomaten in fast allen Landkreisen gefördert und so die Verbesserung der Nahversorgung auf dem Land unterstützt. In Thüringen lebt der überwiegende Teil der Menschen im ländlichen Raum.

Der erste digitale 24-Stunden-Dorfladen in Thüringen eröffnete 2020 in Altengottern (Unstrut-Hainich-Kreis). Wer in solchen Läden einkaufen möchte, muss sich zuvor anmelden. Der Zutritt erfolgt über eine Chip-Karte. Da an Selbstbedienungskassen gezahlt wird, kommen diese Geschäfte nur mit wenig Personal etwa zum Auffüllen der Regale und zum Reinigen aus.

© dpa
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