Angriffe auf Spieler trüben Jenas Auftritt gegen Wolfsburg

Der mutige wie auch spielerisch starke Auftritt von Viertligist Jena wurde von den Zwischenfällen nach dem Pokal-Aus getrübt. Der DFB ermittelt, auch Jena kündigt Konsequenzen an.
Im Fanblock des FC Carl Zeiss Jena wird bengalisches Feuer gezündet. © Bodo Schackow/dpa

Sportlich zeigte der FC Carl Zeiss Jena im Spiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg eine mehr als beeindruckende Leistung, doch Angriffe der thüringischen Anhänger auf Gästespieler überschatteten den Pokalauftritt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird mit seinem Kontrollausschuss ermitteln, der Fußball-Regionallist entschuldigte sich am Sonntag bei den Niedersachsen und will handeln.

Wie der Viertligist am Sonntag erklärte, sollen nach dem Ende der Partie am Samstag Wolfsburger Spieler auf dem Weg zum Mannschaftsbus auf dem Westtribünenvorplatz von einigen Zuschauern bepöbelt und auch bedrängt worden sein. Die Untersuchungen dazu laufen. Der Bundesligist wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern. Anders der DFB, der auf dpa-Anfrage bestätigte, dass beide Vereine zunächst zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sind. Das vorhandene Material soll ausgewertet werden. Mehrere Medien hatten am Samstagabend konkret über die Vorgänge berichtet, teilweise auch per Video.

Sollten sich die bisherigen Informationen bestätigen, «wäre das Maß normaler Emotionalität weit überschritten worden und auch nicht mit dem - allerdings unangemessenen und provozierenden - Wolfsburger Torjubel direkt vor dem Fanblock auf der Westtribüne zu rechtfertigen», hieß es in der Mitteilung des FC Carl Zeiss Jena. Die Geschehnisse würden gemeinsam mit Stadionbetreiber, der Polizei und den Ordnungsdiensten ausgewertet.

Die Gäste hatten das Erstrundenspiel im DFB-Pokal durch ein Tor durch Omar Khaled Marmoush in der Nachspielzeit 1:0 gewonnen. Jena hatte sich dabei als starker Gegner auf Augenhöhe erwiesen. «Sie haben es über 90 Minuten sehr gut gemacht, haben alles gegeben. Letztendlich hat man gesehen, dass viele Spieler mit Krämpfen runtergegangen sind. Das bedeutet, sie haben wirklich das letzte Atom an Energie rausgehauen», lobte VfL-Coach Niko Kovac.

Zeiss-Trainer Andreas Patz war stolz auf seine Jungs. Immerhin hat er 13 Neuzugänge zu integrieren. Das junge Team hat zudem ein Durchschnittsalter von unter 24 Jahren. «Wie die Jungs aufgetreten sind, wie sie in den sechs Wochen zusammengewachsen sind, darauf können wir aufbauen», sagte Patz. Er weiß aber auch: «In der Liga wird uns ein anderer Fußball erwarten.» Er sieht in seiner Truppe viel Potenzial und will in der Regionalliga Nordost «für Furore sorgen und leidenschaftlich auftreten».

Am Rande des Pokalspiels gab es auch Positiv-Schlagzeilen. Kovac bekam im Teamhotel einen Überraschungsbesuch von seinem ehemaligen Trainer und Förderer Bernd Stange. «Ich war überrascht, urplötzlich stand er im Raum, wie aus dem Nichts», sagte Kovac. Von 1989 bis 1991 war Stange Trainer des FC Carl Zeiss und vom 1. Juli 1991 bis 18. August 1992 dann bei Hertha BSC. Damals kreuzten sich auch die Wege von Kovac und Stange. «Er war der erste Trainer, der mich trainierte in Berlin, also in der Zweiten Bundesliga, er hat mir den Weg geöffnet für meine Karriere, und deswegen bin ich ihm unendlich dankbar», sagte Kovac und freut sich auf weitere Treffen mit dem mittlerweile 74 Jahre alten Stange. «Bernd Stange ist ein wirklich toller Mensch, und ich hoffe, dass wir miteinander in Kontakt bleiben - so weit ist es ja von Jena nach Wolfsburg nicht.»

© dpa
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