Bisher rund 8700 Ungeimpfte in Einrichtungen gemeldet

28.04.2022 Seit Mitte März müssen Gesundheitseinrichtungen nicht gegen Covid-19 geimpfte Beschäftigte den Gesundheitsämtern melden. Jetzt gibt es einen ersten Zwischenstand in Thüringen.

Verbrauchte Spritzen für die Impfung gegen Covid-19 in einer Impfstelle. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In Thüringen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit dem Start der Corona-Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialbereich bislang rund 8700 ungeimpfte Beschäftigte gemeldet worden. Dabei handle es sich um einen Zwischenstand, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Wegen personeller Engpässe oder technischer Probleme hätten noch nicht alle Gesundheitsämter gemeldet. Andererseits seien möglicherweise auch Doppelmeldungen enthalten, wenn Beschäftigte zugleich in mehreren Einrichtungen tätig seien.

Die Impfpflicht für Personal in Kliniken, Pflegeheimen und -diensten, Arztpraxen, Hospizdiensten, Rettungsdiensten und mehreren anderen Bereichen gilt seit Mitte März. Arbeitgeber müssen seitdem ungeimpfte Beschäftigte den Gesundheitsämtern melden. Sie dürfen auch keine Ungeimpften mehr einstellen. Beschäftigte ohne Immunisierung müssen mit Bußgeldern rechnen, im letzten Schritt drohen Arbeitsverbote. Einige Ämter rechnen laut Ministerium damit, dass sich die Zahlen noch ändern, wenn für Beschäftigte nach einer Corona-Infektion im vergangenen Quartal demnächst der Genesenen-Status entfalle.

Nach dem Scheitern der allgemeinen Impfpflicht hatte es auch von der Landeskrankenhausgesellschaft die Forderung gegeben, die Impfverpflichtung für Gesundheitspersonal auf den Prüfstand zu stellen. Hintergrund ist, dass sie nur bis zum Jahresende 2022 gilt und eigentlich als Vorgriff auf eine allgemeine Impfpflicht gedacht war. Die CDU-Landtagsfraktion forderte am Donnerstag ebenfalls, diese Teil-Impfpflicht neu zu betrachten.

«Das muss der Bundesgesetzgeber klären, und zwar besser früher als später», erklärte dazu Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). «Die Grundidee, der besondere Schutz der vulnerablen Gruppen, ist nach wie vor richtig.»

Allein in den Thüringer Akutkrankenhäusern sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Donnerstag mehr als 33.000 Beschäftigte tätig (Stand Ende 2020). Darunter sind mehr als 5600 Ärzte und 13.700 Pflegekräfte. In Rehabilitationskliniken arbeiten mehr als 3000 Beschäftigte. In der Altenpflege arbeiten mehr als 33.000 Menschen in Heimen oder ambulanten Diensten. Hinzu kommen die Beschäftigten etwa in Arzt- und Zahnarztpraxen.

© dpa

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