Duell RB gegen Hertha wird Belastungsprobe

Die letzten beiden Spiele gegen Hertha endeten für RB Leipzig 6:0 und 6:1. Doch Rose warnt sein Team vor dem angeblichen Lieblingsgegner. Plötzlich ist alles anders - dank Kumpel Schwarz.
Leipzigs Spieler Timo Werner und Leipzigs Trainer Marco Rose unterhalten sich. © Jan Woitas/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archiv

Die Lobhudelei auf beiden Seiten wollte gar nicht enden. Dennoch wird das Duell RB Leipzig gegen Hertha BSC an diesem Samstag (18.30 Uhr/DAZN) für die ziemlich besten Freunde zur Belastungsprobe. Denn der schlecht in die Saison gestartete Pokalsieger aus Sachsen will und muss in der Bundesliga-Tabelle Boden gutmachen. Platz zwölf sind nicht die Ansprüche für den Champions-League-Starter, der seit vier Pflichtspielen bei allein drei Siegen unbesiegt ist. «Uns erwartet morgen ein sehr unangenehmer Gegner. Sehr intensiv, sehr aggressiv – mit klaren Abläufen gegen den Ball. Da müssen wir auf der Hut sein», meinte RB-Cheftrainer Marco Rose und verdrängte die letzten beiden Spiele gegen die alte Dame mit einem 6:0 daheim und dem 6:1 im Berliner Olympiastadion vehement. «Das ist 100 Jahre her. Anderer Trainer, andere Mannschaft», betonte er. 

Er sehe die Hertha derzeit in einer anderen Verfassung, bescheinigte seinem besten Kumpel Sandro Schwarz in Berlin eine Klasse-Arbeit. «Da er sich im Fußball ein bisschen auskennt, sieht man,  dass er es hervorragend hinbekommt, er den Verein stabilisiert hat, das Umfeld in Berlin euphorisiert hat», sagte Rose am Freitag. Sein einstiger WG-Partner aus Mainzer Bundesliga-Zeiten habe seinem Team «eine klare Idee, Leidenschaft im Spiel» vermittelt. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich «Hertha regelmäßig belohnt. Gut, wenn wir es am Wochenende noch nicht zulassen, auch was unsere Tabellensituation betrifft». 

Denn auch die Hertha hat trotz der nur acht Zähler und Rang 14 einen Lauf, spielte zuletzt viermal unentschieden. Der Hauptstadtclub ist praktisch der Lieblingsgegner der Sachsen. Von den zwölf Bundesliga-Duellen gewannen die Leipziger bei nur einer Niederlage zehn. Das Torverhältnis liegt bei 45:12. «Wir registrieren die aktuelle Stimmungslage. Der Anspruch aber bleibt, maximal erfolgreich zu sein und Spiele zu gewinnen», sagte der drei Jahre jüngere Schwarz. Für ihn stehe «Leipzig – Hertha im Fokus, nicht Rose gegen Schwarz». 

Dennoch haben beide Trainer vor dem Spiel miteinander telefoniert. Auch das gehöre laut Rose zu einer Freundschaft dazu. «Wir wissen beide, dass wir uns Tag und Nacht aufeinander verlassen können, wir sind beste Freunde, zwischen uns passt kein Blatt. Morgen werden wir unsere Aufgaben erfüllen, nach dem Spiel sind wir wieder beste Freunde, egal wie es ausgeht», meinte Rose, der auch Trauzeuge bei Schwarz war. Auch seine Niederlagen einst im Tischtennis gegen Schwarz ordnete Rose mit ein wenig Abstand ein. «Er hat meistens gewonnen, er war mal Landesmeister in der Jugend im Tischtennis, ich konnte mir da einiges abgucken. Wir haben aber auch noch Dart gespielt, auch da hat er gesagt, dass ich häufiger vorne lag, ich habe mich dafür bedankt, dass er da ein wenig geflunkert hat. Denn es war ja oft ausgeglichen.»

© dpa
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