Besucheransturm zur Einheitsfeier erwartet - viele Helfer

Erstmals sei fast zwei Jahrzehnten richtet Thüringen wieder die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit aus. Es soll fröhlich zugehen beim Bürgerfest mit vielen Bühnen. Aber auch Demonstrationen werden nicht ausgeschlossen.
Bodo Ramelow gibt eine Pressekonferenz zur Vorbereitung der Einheitsfeier. © Martin Schutt/dpa

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rechnet mit einem Besucheransturm zur zentralen deutschen Einheitsfeier, die in diesem Jahr von Thüringen ausgerichtet wird. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, und dem Wochenende davor würden in der Thüringer Landeshauptstadt etwa 120.000 Gäste aus der gesamten Bundesrepublik erwartet, sagte Ramelow am Montag in Erfurt.

Das Bundesland, das den Bundesratspräsidenten stellt wie Thüringen in diesem Jahr mit Ramelow, richtet traditionell die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit aus. Wegen der Corona-Pandemie war das Fest in den vergangenen beiden Jahren eingeschränkt.

Zum Programm gehören neben einem mehrtägigen Bürgerfest und der Präsentation der 16 Bundesländer sowie aller Verfassungsorgane ein Staatsakt und ein Gottesdienst mit den Repräsentanten der Bundesrepublik.

Ramelow schloss Demonstrationen am Rand der Feiern nicht aus. «Zu demonstrieren ist ein Bürgerrecht», sagte der Linke-Politiker. Er erwarte aber, dass dabei die Regeln eingehalten würden und es friedlich zugehe. Plätze vor den Wohnungen oder Häusern von Politiker sollten bei Protestaktionen tabu sein. Dafür gebe es Plätze vor Staatskanzlei, Landtag oder Rathaus. «Wir gehen davon aus, dass es Demonstrationen geben wird», sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). «Das Versammlungsrecht gilt auch an diesem Tag.»

Ramelow und Bausewein sehen Erfurt - auch dank der Erfahrungen mit der Ausrichtung der Bundesgartenschau 2021 - gut vorbereitet für das dreitägige Fest. Die Stadt habe bewiesen, dass sie mit einem solchen Ansturm umgehen könne. Eine Besonderheit sei, dass sich 160 freiwillige Helfer gemeldet hätten, die sich bei Organisationsaufgaben oder als Gästebegleiter engagieren wollten.

Geplant sind 16 feste sowie elf temporäre Bühnen - vor allem am Domplatz, Petersberg und am Bahnhofsvorplatz. «Die Stadt wird millimetergenau verteilt sein», sagte Ramelow. Mehr als 30 Bands, Musiker und höre würden auftreten. Zum deutschen Volksliedertag singe auf den Domstufen ein riesiges Chorensemble.

Aus Gründen des Umweltschutzes ist kein Höhenfeuerwerk geplant, dafür Lichtinstallationen von Künstlern an einigen Gebäuden. Gekeltert wurde außerdem ein «Einheitswein» von zwei Winzerbrüdern, die in Thüringen und in Rheinhessen leben. Laut Bausewein sind an den Feiertagen alle städtischen Museen ohne Eintritt zu besuchen.

© dpa
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