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Brandmelder auf Fluren erleichtern Fehlalarme

In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in Suhl muss die Feuerwehr regelmäßig wegen Fehlalarmen anrücken: Bewohner drücken immer wieder auf die Brandmelder, obwohl es gar nicht brennt.
Erstaufnahmeeinrichtung Suhl
Außenansicht der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl. © Michael Reichel/dpa

Brandmelder in den Fluren der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl sind nach Einschätzung des Migrationsministeriums ein Grund für häufige Fehlalarme in der Einrichtung. Es sei sehr einfach, die Melder unerkannt auszulösen, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. «Solche Brandmelder können nicht permanent überwacht werden.» In den beiden kleineren Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes in Hermsdorf und Eisenberg sei das anders.

Nach Angaben des Sprechers hängen die Brandmelder in den Flüchtlingsunterkünften in Hermsdorf und Eisenberg an Orten, an denen die Gefahr für den oder die Auslösenden größer ist, gesehen zu werden. «In den kleineren Einrichtungen sind die Brandmelder leichter einsehbar beziehungsweise kontrollierbar, weshalb ein Missbrauch erschwert ist», sagte der Sprecher. Nähere Details dazu nannte er nicht.

Im chronisch überfüllten Flüchtlingsheim in Suhl kommt es immer wieder zu Feuerwehreinsätzen, die auf Fehlalarme zurückzuführen sind. In den internen Lagemeldungen der Landesverwaltung zur Sicherheitslage in der Einrichtung finden sich nahezu täglich Verweise auf entsprechende Einsätze.

So heißt es beispielsweise in der Meldung vom 13. November, die der dpa vorliegt, drei Tage zuvor um 22.38 Uhr sei die Brandmeldeanlage manuell ausgelöst worden. Bei ihrem Eintreffen vor Ort habe die Feuerwehr keine Gefahrenquelle feststellen können. Folge: «Rücksetzung der Anlage». Für den 3., 4. und 9. November finden sich gleichlautende Einträge in den vergleichbaren Dokumenten, die der dpa ebenfalls vorliegen.

Für die Flüchtlingsheime in Eisenberg und Hermsdorf sind derartige Einträge zum Auslösen der dortigen Brandmeldeanlagen in den Lagemeldungen der Landesverwaltung dagegen deutlich seltener. Auch Meldungen über Schlägereien oder andere körperliche Auseinandersetzungen finden sich in den Unterlagen für Suhl häufiger als für die anderen beiden Standorte der Flüchtlingserstaufnahme. Suhler Kommunalpolitiker fordern vom Land seit Jahren, etwas dafür zu tun, dass es zu weniger Fehlalarmen in der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung kommt, weil die Einsätze eine große Belastung für die Rettungskräfte darstellen.

Ein weiterer Grund dafür, dass es in Suhl deutlich häufiger zu besonderen Vorkommnissen als in Eisenberg oder Hermsdorf kommt, liegt nach Einschätzung des Ministeriums in der schieren Größe der Anlage in Südthüringen - und dem Umstand, dass die Einrichtung seit Monaten überfüllt ist. In Hermsdorf und in Eisenberg lebten nicht so viele Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern zusammen wie in Suhl, sagte der Sprecher des Ministeriums. Das reduziere das Konfliktpotenzial. «Zudem sind diese beiden Einrichtungen in der Regel die zweite Unterbringungsstation, so dass sich die Bewohner nicht mehr direkt in den Bedingungen während der Flucht befinden.»

Das Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl ist für einen Regelbetrieb mit etwa 800 Menschen ausgelegt, zuletzt lebten dort allerdings etwa 1400 Menschen. Eine noch höhere Belegung ist durch geltende Brandschutzvorschriften eigentlich verboten, kam aber zeitweise auch vor. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Hermsdorf und Eisenberg sind für deutlich weniger Menschen gebaut worden, waren zuletzt aber auch bis an ihre Kapazitätsgrenze ausgelastet. In Hermsdorf liegt diese nach früheren Angaben des Migrationsministeriums bei etwa 700 und in Eisenberg bei etwa 130 Personen.

Insbesondere in Hermsdorf sind die Unterbringungsbedingungen allerdings trotz der relativ geringen Gesamtzahl der dort lebenden Menschen überaus schwierig. Dort leben die Flüchtlinge in einer ehemaligen Logistikhalle, in der es für sie kaum Privatsphäre gibt.

© dpa
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