Weniger Schüler besuchen Lernorte wie Gedenkstätten

Das Thüringer Bildungsministerium sieht in außerschulischen Lernorten ein großes Potenzial für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Doch wegen der Pandemie waren solche Fahrten zuletzt kaum möglich.
Gedenkstätte Buchenwald steht auf einer Infotafel am Tor des einstigen NS-Konzentrationslagers. © Martin Schutt/dpa/Archivbild

Wegen der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Thüringer Schüler außerschulische Lernorte wie Gedenkstätten besucht. Von den 452 im vergangenen Jahr beim Bildungsministerium beantragten Fahrten kamen letztlich nur 267 zustande, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zum Vergleich: Im Jahr 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, hatte es 504 beantragte Fahrten gegeben, von denen 409 vom Ministerium unterstützt und letztlich auch umgesetzt wurden. Die Zahlen enthalten nur jene Fahrten, für die Anträge auf Kostenerstattung gestellt wurden.

Das Interesse daran sei ungebrochen, erklärte ein Sprecher des Bildungsministeriums. «Dass die Besucherzahlen rückläufig waren, ist aus unserer Sicht einzig pandemiebedingt.»

Während im Jahr 2019 noch 17.571 Schülerinnen und Schüler daran teilnahmen, waren es im vergangenen Jahr nur 10.104. Bei der Planung der Fahrten müssten die Schulen wegen der Pandemie dafür sorgen, dass sie ohne Stornierungskosten wieder abgesagt werden könnten - für den Fall, dass sie pandemiebedingt nicht stattfinden können.

In der Gedenkstätte Buchenwald zeichnet sich nach Angaben eines Sprechers inzwischen wieder eine Trendwende ab. Es gebe nach dem weitgehenden Wegfall der Corona-Maßnahmen wieder mehr Buchungen von Schulklassen und Jugendgruppen, sagte ein Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. «Wir kommen allmählich auf das Vor-Corona-Niveau zurück.»

«Außerschulische Lernorte sollen zum festen Bestandteil schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit gehören», hieß es aus dem Ministerium. Diese Lernorte könnten «zu einer reflektierten historisch-politischen Urteilsbildung ermutigen, Zivilcourage stärken und das Lernen aus der Geschichte für eine gemeinsame europäische Zukunft fördern.»

© dpa
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