Neue Projekte: Sonderzuschläge und Assistenz für Schulleiter

Thüringens Schulen leiden unter Lehrermangel - nun soll es Anreize für junge Leute geben, die Mangelfächer studieren und in eher ländliche Regionen gehen.
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Junge Lehrer, die einen bestimmten Mangel im Schulsystem beheben helfen, sollen in Thüringen einen Gehaltszuschuss von zehn Prozent erhalten. Das gelte für neu verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer, die in Regionen gehen, in denen Lehrerbedarf bestehe, Mangelfächer unterrichten oder bestimmte Schularten wählen, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Dienstag nach einer Regierungsklausur auf Schloss Ettersburg bei Weimar.

Der Zuschlag solle für fünf Jahre gewährt werden, wenn mindestens zwei der drei Kriterien erfüllt seien. Allein im Jahr 2023 seien dafür 1,6 Millionen Euro aus der Landeskasse vorgesehen. Beginnen sollen die Zahlungen voraussichtlich in diesem Oktober. Holter rechnet mit jährlich etwa 400 Pädagogen, die davon profitieren würden. Damit stiegen die Landesausgaben dafür bis 2027 auf rund elf Millionen Euro.

Zudem sollen in den Kreisen Schmalkalden-Meiningen und Kyffhäuser zwei Pilotprojekte gestartet werden, bei denen Verwaltungsassistenzen einzelnen Schulleitungen zur Seite gestellt werden, um sie von bürokratischen Aufgaben zu entlasten. Für einen Zeitraum von drei Jahren sollen dafür in den beiden Kreisen jeweils fünf Assistenzstellen vom Land finanziert werden. «Wir wollen Erfahrungen sammeln», sagte Holter.

Thüringen fehlen Lehrer, weil es in der Vergangenheit einen Einstellungsstopp im Land gab. Holter sprach von einer Lehrergeneration, die an den Schulen fehle. Seit einigen Jahren würden jährlich im Schnitt 1000 junge Pädagogen eingestellt und damit die Lehrer ersetzt, die in den Ruhestand ausscheiden, sagte Holter. Für dieses Schuljahr sei ein Drittel der Stellen bisher besetzt.

Veränderungen kündigte der Minister bei der Lehrerausbildung sowie Kursen für Seiteneinsteiger an. Schrittweise würden die gegenwärtig zwei Studienseminare mit bis zu 17 unterschiedlichen Einheiten zu einem Studienseminar mit fünf Standorten - einen in jedem Schulamtsbereich - umgebildet.

© dpa
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