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Betroffenenrat zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder geplant

Wie können Vereine oder Schulen Kinder besser vor sexualisierter Gewalt schützen? Was muss die Politik tun, um Betroffenen zu helfen? Bei der Beantwortung kann künftig ein Betroffenenrat helfen.
Kind mit Depression
Ein Mädchen wird von seiner Mutter in den Arm genommen und getröstet. © Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Menschen mit sexualisierter Gewalterfahrung in der Kindheit oder Jugend sollen in Thüringen künftig in einem Landesbetroffenenrat ihre Interessen vertreten können. Das kündigte das Bildungsministerium am Freitag an. Dafür werden sieben bis zehn Menschen gesucht, die in jungen Jahren sexualisierte Gewalt erleben mussten und bereit sind, sich ehrenamtlich im Betroffenenrat einzubringen. Interessierte könnten sich ab sofort bis 31. Januar 2024 melden.

«Für die Entwicklung und wirksame Umsetzung von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen gegen sexualisierte Gewalt ist die Fachexpertise und Erfahrung von Erwachsenen, die in ihrer Kindheit und Jugend von sexualisierter Gewalt betroffen waren, unentbehrlich», sagte Thüringens Landesbeauftragter für den Kinderschutz, Winfried Speitkamp. Der Landesbetroffenenrat werde eine wichtige Funktion an der Schnittstelle zur Politik einnehmen und für die strukturierte Beteiligung der Betroffenen auf Landesebene sorgen.

Voraussetzung für eine Mitarbeit ist unter anderem, dass die Interessierten in Thüringen wohnen, oder durch den Tatkontext ein Zusammenhang mit dem Freistaat besteht. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Gesucht werden Menschen unter anderem mit unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten, die verschiedene Erfahrungen mit Hilfesystemen gemacht haben.

«Ohne das Erfahrungswissen von Betroffenen fehlt eine elementare Perspektive, um politisches Handeln zielgerichtet zu gestalten», betonte die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus. Betroffene würden Täterstrategien kennen und wissen, welche Hilfen nötig seien, oder wie Verfahren kindgerechter ablaufen könnten. Claus begrüßte, dass Thüringen nach Rheinland-Pfalz als zweites Bundesland einen solchen Betroffenenrat auf den Weg bringe.

Mitglieder des Betroffenenrats sollen etwa ihr Erfahrungswissen einbringen und Empfehlungen zur Aufarbeitung und Konzeptentwicklung im Zusammenhang sexualisierte Gewalt geben, hieß es seitens des Ministeriums. Die Teilnahme an den Arbeitstreffen werde finanziell entschädigt. Der Landesbetroffenenrat soll beim Landesbeauftragten für Kinderschutz angesiedelt werden.

Am 18. November ist der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt. Im Jahr 2022 hatte die Polizei in Deutschland knapp 17.200 Kinder unter 14 Jahren als Opfer sexueller Gewalt erfasst. Außerdem wurden 1211 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren als Opfer sexueller Gewalt gezählt.

© dpa
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