Karawanskij zufrieden mit verschobener Flächenstilllegung

Lange wurde über Flächenstilllegungen kontrovers diskutiert. Nun kann im kommenden Jahr auch in Thüringen mehr Getreide angebaut werden, als zunächst gedacht.
Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij (Linke) nimmt an einer Landtagssitzung teil. © Martin Schutt/dpa/Archivbild

Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij (Linke) ist erleichtert, dass die für 2023 geplante Stilllegung von vier Prozent der Landwirtschaftsfläche vom Bund vertagt wurde. Angesicht der Versorgungsengpässe weltweit durch den Krieg in der Ukraine sowie Ernteverluste durch Trockenheit sei das angebracht, erklärte Karawanskij in Erfurt. Wann es die Flächenstilllegung gebe, hänge ihrer Meinung nach «unmittelbar mit einer gesicherten internationalen Ernährungslage zusammen».

Die Linke-Politikerin reagierte damit auf die Entscheidung der Bundesregierung, wonach die EU-Neuregelungen zu Flächenstilllegung und Fruchtwechsel ausgesetzt werden sollen - allerdings einmalig nur im kommenden Jahr.

Eine Flächenstilllegung sei unter ökologischen Aspekten wichtig und erstrebenswert - aber zu einem späteren Zeitpunkt, so Karawanskij. Dafür habe sie sich seit dem Frühjahr eingesetzt. In Thüringen war die Debatte dazu kontrovers geführt worden - vor allem Natur- und Umweltschutzorganisationen wie Nabu und BUND hatten verlangt, an dem bisherigen Zeitplan festzuhalten.

Versorgungsengpässe und steigende Preise belasteten insbesondere die Länder des globalen Südens, mahnte Karawanskij. Sie könnten Hunger und humanitäre Krisen auslösen. «Aus Solidarität mit diesen Ländern muss das Potenzial der europäischen Landwirtschaft in Krisenzeiten umfassend genutzt werden.»

Die Entscheidung von Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) zur Aussetzung für ein Jahr wurde auch von einigen anderen Bundesländern begrüßt. Der Bauernverband hält eine Aussetzung für ein Jahr aber für unzureichend. Umweltschützer warfen Özdemir dagegen vor, dem Druck der Agrarlobby nachgegeben zu haben und den Artenschutz zu torpedieren.

© dpa
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