Videosprechstunde im Bereitschaftsdienst ab Oktober geplant

Fieber, Hexenschuss oder Magenprobleme - bei akuten Krankheiten nach Praxisschluss gibt es den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst. In Thüringen soll er bald auch als Videosprechstunde angeboten werden.
Die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die «116117», auf einem Handydisplay. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

In Thüringen sollen Menschen mit akuten medizinischen Problemen außerhalb der Sprechzeiten von Arztpraxen künftig auch eine Bereitschaftsdienst-Videosprechstunde nutzen können. Dafür hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) eine Ausschreibung gestartet. Zunächst soll ein Tele-Arzt für ganz Thüringen eingesetzt werden, wie aus einem Rundschreiben der KV an die niedergelassenen Mediziner im Freistaat hervorgeht. Der Start in Thüringen ist für Anfang Oktober geplant. Das Angebot soll dann schrittweise aufgestockt werden.

Für das neue Angebot benötigt die KV nach eigenen Angaben mindestens 25 Mediziner mit «digitaler Affinität», wie es im Rundschreiben heißt. Sie werden dafür von der KV mit Tablet-Computern ausgestattet.

Der herkömmliche kassenärztliche Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) - nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst (112) - kümmert sich werktags nach Praxisschluss und an Wochenenden und Feiertagen um Menschen mit akuten, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden. Dafür gibt es thüringenweit gut zwei Dutzend Bereitschaftsdienstzentralen mit Ärzten vor Ort und einem Fahrdienst. Die Tele-Bereitschaft soll direkt über die Arztpraxen laufen. Beide Bereitschaftsdienstvarianten sind unter der Rufnummer 116 117 erreichbar.

In der Vermittlungszentrale der KV, bei der die Anrufe unter 116 117 eingehen, wird eine medizinische Ersteinschätzung vorgenommen. Anschließend sollen die Anrufenden einen Link für eine sichere Videoverbindung zu den jeweils diensthabenden Medizinern erhalten.

Im regulären Praxisbetrieb sind Video-Sprechstunden schon seit einigen Jahren möglich, sie wurden in Thüringen allerdings bis zur Corona-Pandemie nur sehr begrenzt genutzt. Inzwischen bieten dies laut KV knapp 800 der rund 4200 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten an. Videosprechstunden im organisierten Ärzte-Bereitschaftsdienst sind seit Juli möglich.

© dpa
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