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«Wenig Wertschätzung» - Städte kämpfen gegen Vandalismus

Wem beim Stadtspaziergang oder Einkaufen die Blase drückt, kann auf öffentliche Toiletten ausweichen. Doch die sind oft beschmiert oder zerstört. Trotzdem haben Städte bei den WC-Anlagen aufgestockt.
Öffentliche Toiletten
Ein Schild weist in der Innenstadt den Weg zu einer öffentlichen Toilette. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Für dringende Geschäfte beim Spaziergang oder Einkaufsbummel halten Sachsen-Anhalts Städte öffentliche Toiletten bereit - parallel führen sie einen ständigen Kampf gegen Verschmutzungen und Vandalismus. Den kostenfreien WC-Angeboten als Teil des Bürgerservices wird wenig Wertschätzung entgegengebracht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Stadtverwaltungen ergab. Ein großes Problem seien Graffiti, die immer wieder mit hohem Aufwand beseitigt werden müssten.

«Der Schaden durch Vandalismus ist zum Teil erheblich», sagte Halles Stadtsprecher Drago Bock. Zwei Anlagen in der Saalestadt mussten seinen Angaben zufolge deswegen erst geschlossen und später abgerissen werden. «Ersatzneubauten sind beauftragt», sagte Bock. Insgesamt existieren in Halle zehn öffentliche Toilettenanlagen - meist mit Öffnungszeiten. Zwei Anlagen - in der Altstadt und im Stadtteil Silberhöhe - sind täglich rund um die Uhr nutzbar. Für Instandhaltung und Reinigung aller zehn Anlagen fallen jährlich Kosten von rund 190.000 Euro an. Aber: «Die Kosten schwanken und verteilen sich teils sehr unterschiedlich auf die WC-Anlagen.»

Trotz steigender Kosten für Strom, Wasser, Abwasser, Reinigung und Reparaturen für die sogenannten Bedürfnisanstalten hat die Stadt Magdeburg in den vergangenen 20 Jahren die Zahl ihrer WC-Anlagen fast verdoppelt. Waren es in 2003 noch neun Anlagen für die Notdurft, so seien es in der Landeshauptstadt aktuell 16. «In diesem Jahr wurde eine öffentliche Toilette im Nordpark gebaut, die bald angeschlossen werden soll», sagte Sprecher Michael Reif. Derzeit werde dort eine Interimslösung angeboten.

Alle Magdeburger Toilettenanlagen im öffentlichen Raum sind laut Stadtverwaltung nicht ganztägig geöffnet - in der Regel gibt es Sommer- und Winteröffnungszeiten. «Im Sommer bis 22 Uhr, im Winter bis 20 Uhr», sagte Reif. «Bei Veranstaltungen auch länger.» Im Schnitt belasten die WC-Anlagen die Stadtkasse mit aktuell jährlich fast 300.000 Euro - Tendenz steigend.

Die Stadt Stendal in der Altmark weist in der Kernstadt vier öffentliche Toiletten aus, zudem eine im Tiergarten und zwei auf dem Friedhof. Seit 2003 habe sich die Gesamtzahl nicht verändert, teilte die Stadt mit. Auch hier sei Vandalismus ein großes, ständig präsentes Thema. «Im vergangenen Jahr mussten Toilettenanlagen sogar für längere Zeit geschlossen bleiben, weil sie einfach nicht mehr benutzt werden konnten und wir lange auf Ersatzausstattung warten mussten», sagte Susanne Hellmuth aus der Stadtverwaltung.

Sie zählte auf: «In der Vergangenheit wurden Edelstahltüren herausgetreten, WC-Becken gesprengt, Spiegel zerschlagen und Armaturen und Lampen zerstört.» Ein ständiges Problem seien auch die «mutwillig herbeigeführten Verstopfungen», so Hellmuth. «Die Vandalismusschäden sind gleichbleibend hoch, die Schäden durch Graffiti haben aber zugenommen.» Stendal zahlte den Angaben zufolge 2022 rund 12.700 Euro für Instandhaltung und Unterhaltung und etwa 32.000 Euro für die täglichen Reinigungsarbeiten.

In der von Touristen stark frequentierten Harzstadt Wernigerode erhöhte sich die Zahl der Bedürfnisanstalten von vier im Jahr 2003 auf aktuell elf. Sie seien im Eigentum der Stadt und in der Regel von 8 bis 18 Uhr geöffnet, wie es hieß. Die WC-Anlage am Bahnhof ist immer geöffnet. Zum Thema Vandalismus machte die Stadt keine Angaben. In Halberstadt im Harz gebe es mit Vandalismus in Bezug auf die zwei öffentlichen Toiletten «keine Probleme», hieß es. Die beiden städtischen Anlagen befinden sich den Angaben zufolge an der Martinikirche und auf dem Friedhof.

© dpa
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