Logistiker üben Unterstützung der Nato-Eingreiftruppe

«Ohne Mampf kein Kampf» lautete früher ein schlichter Spruch. Damit Soldaten alles haben, was sie brauchen, gibt es Logistiker. Sie kümmern sich nicht nur ums Essen, sondern um Treibstoff, Technik und IT. Derzeit läuft eine große Übung mit ernstem Hintergrund.
Generalleutnant Martin Schelleis bei einem Besuch des Logistikbataillons 171. © Ronny Hartmann/dpa

Wenn Deutschland im kommenden Jahr die Führung der Nato-«Speerspitze» übernimmt, spielen neben den Kampftruppen auch die Logistiker eine wesentliche Rolle. Derzeit bereiten sich die Versorgungs- und Nachschubkräfte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf den Einsatz vor. Sie sind Teil der groß angelegten Übung «Wettiner Heide - Robuste Basis» mit aktuell insgesamt 7500 Soldatinnen und Soldaten, darunter etwa 2000 Logistikern. Unter anderem südlich von Magdeburg bereiten sich Logistiker auf die Unterstützung der schnellen Eingreiftruppe der Nato vor.

Sie sind für Nachschub mit Verpflegung, Munition und Ersatzteilen, die Versorgung mit Kraftstoff und die IT-Anbindung zuständig. Zudem kümmern sie sich um die Reparatur von Einsatzfahrzeugen und anderem Gerät. Das Logistikbataillon 171 «Sachsen-Anhalt» aus Burg ist als Leitverband für das Logistikbataillon Land eingesetzt, wie Kommandeur Fregattenkapitän Michael Hinz am Mittwoch in Sülzetal erklärte.

In einem leerstehenden Möbelhaus wurde für die Übung eine Logistikbasis errichtet. Wenig entfernt wird die Versorgung mit Kraftstoff über mobile Tankcontainer mit 9000 Litern Fassungsvermögen geübt, die die Logistiker den Kampftruppen im Gelände zur Verfügung stellen. In alten Fabrikhallen in Gommern (Landkreis Jerichower Land) ist eine Instandsetzungskompanie untergebracht, die Fahrzeuge repariert. Zudem wird mit rund 140 Soldaten ein großes Lager betrieben, von dem aus auch die übenden Truppenteile in Niedersachsen versorgt werden.

Die Übung gehört laut Fregattenkapitän Hinz zum Ende des Vorbereitungsprogramms. Bestandteile seien auch die Alarmierung der Kräfte gewesen, die Herstellung der Verlegungsbereitschaft mit dem Packen der Fahrzeuge und die Verlegung der Einsatzkräfte. Aus verschiedenen Regionen Deutschlands seien rund 600 Fahrzeuge dabei.

Der Nationale Territoriale Befehlshaber, Generalleutnant Martin Schelleis, besuchte am Mittwoch die Übung bei Magdeburg. Er sagte, der Krieg in der Ukraine zeige die Notwendigkeit, sich stärker der beweglichen Gefechtsführung zu widmen. Die Truppen verteilten sich im Gelände und blieben nicht nur auf dem Truppenübungsplatz.

Generalleutnant Schelleis betonte, dass es zu wenig Logistik gebe, ebenso wie zu wenig ABC-Abwehr. Es seien sofort 2,3 Milliarden Euro nötig, um die erkannten Defizite beim Straßentransport und der Verlegung von Kräften zu decken, das sei Gerät, das sofort eingekauft werden könnte. Bis 2027 liege der Bedarf bei 17 Milliarden Euro, um voll ausgestattet zu sein für die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Bundesregierung hat angekündigt, 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr zu investieren.

Deutschland stellt von diesem Jahr an bis 2024 in großem Stil Soldaten für die Nato-Reaktionskräfte («Nato Response Force»). Derzeit sind es rund 13 700 der insgesamt 40 000 Soldaten. Im kommenden Jahr soll die Zahl auf 16 700 steigen. Im kommenden Jahr führt Deutschland die Nato-«Speerspitze» VJTF. Die Soldaten müssen 2023 binnen sieben Tagen abmarschieren können in ein mögliches Einsatzgebiet.

© dpa
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