Gesundheitsämter: Facharztmangel droht sich zu verschärfen

06.07.2022 Im Krankenhaus verdienen Ärzte mehr Geld als in Gesundheitsämtern. Die Behörden haben Probleme, Personal zu finden. In den nächsten Jahren gehen zudem viele Fachärzte in den Ruhestand. Es droht eine Verschärfung der Lage.

Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Sachsen-Anhalt sind aktuell viele Stellen nicht besetzt. Derzeit sind 20 Facharztstellen in den einzelnen Landkreisen offen. Allein im Salzlandkreis sind es fünf. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Nicole Anger (Linke) hervor. Das Haus von Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) gibt darin einen Überblick zur ärztlichen Personalsituation im ÖGD. Demnach droht eine weitere Verschärfung der Lage: Aufgrund von Ruhestandseintritten müssen in den in den nächsten zehn Jahren mehr als 30 Facharztstellen nachbesetzt werden.

Die Versorgungssituation mit Fachärzten sei in einigen Gesundheitsbehörden nicht ausreichend, räumt das Ministerium ein. Das liege auch daran, dass freie Stellen «trotz vielseitiger Bemühungen» nicht nachbesetzt werden konnten. «Die Gewinnung von ärztlichem Personal für den ÖGD hat sich zu einer enormen Herausforderung entwickelt.»

Als Problem wird unter anderem die Bezahlung ausgemacht. Ärztinnen und Ärzte verdienen mehr Geld, wenn sie sich niederlassen oder in Krankenhäusern arbeiten. Den Angaben zufolge erhalten Ärzte im ÖGD etwa 1000 Euro pro Monat weniger als klinische Assistenzärzte und etwa 2500 Euro pro Monat weniger als Oberärzte. Teilweise würden Kommunen freiwillig eine übertarifliche Zulage zahlen, um Personal gewinnen zu können.

Das Land hat bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen eine Amtsarztquote eingeführt, um dem Mangel in den Gesundheitsämtern entgegenzuwirken. Wer sich auf einen dieser Plätze bewirbt, verpflichtet sich, nach dem Studium mindestens zehn Jahre im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Auch im Rahmen des Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst von Bund und Ländern sollen die Behörden personelle Verstärkung erhalten. Geplant sind mehr als 80 neue Stellen in Sachsen-Anhalt. Neben Ärzten werden vor allem Hygieneaufseher und Hygienekontrolleure gesucht. Doch es gibt Zweifel, ob tatsächlich alle Stellen besetzt werden können. «Der Markt ist leer. Der Fachkräftemangel schlägt auch bei uns zu», hatte der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig im Februar gesagt.

Die Gesundheitsämter nehmen viele verschiedene Aufgaben wahr, unter anderem sind sie für den Infektionsschutz zuständig. In der Corona-Pandemie haben sich die Behörden um die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und die Anordnung von Hygienemaßnahmen gekümmert. Zu den Aufgabengebieten zählen zum Beispiel aber auch Schuleingangsuntersuchungen, Impf- sowie verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote.

© dpa

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