Hüskens: Gemischtes Fazit nach Anlauf des 9-Euro-Tickets

Eigentlich soll das 9-Euro-Ticket Pendler entlasten. Am ersten Wochenende nahmen aber auch viele Ausflügler und Event-Besucher die Bahn. Es kam zu vollen Zügen, Verspätungen und Ernüchterung. Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin sieht aber auch Positives.
Lydia Hüskens (FDP), Ministerin für Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, spricht. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Nach den ersten Tagen des 9-Euro-Tickets hat Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens eine gemischte Bilanz gezogen. «Offensichtlich ist das 9-Euro-Ticket geeignet, gerade die Pendler zu entlasten von den gestiegenen Kosten», sagte die FDP-Politikerin nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Magdeburg. Es hätten mehr Menschen Bus und Bahn genutzt. Damit sei das Ziel erreicht worden, einen Anreiz zu schaffen, das Auto stehen zu lassen.

Das Ticket reize aber auch viele, die keine klassischen Pendler seien - für Ausflüge oder um zu Veranstaltungen zu besuchen. Der «Feldversuch» zeigt laut Hüskens, dass die Infrastruktur für einen spürbaren Passagieranstieg nicht gerüstet ist. «Wir merken auch jetzt schon nach dem ersten längeren Wochenende, dass zumindest die Strecken in Sachsen-Anhalt eigentlich mehr Verkehr brauchen würden, das heißt, wir brauchen an einigen Stellen zumindest punktuell mehr Züge.»

Am Pfingstwochenende war es auf einigen Bahnstrecken im Land zu deutlichen Überlastungen gekommen. Einzelne Züge mussten laut Hüskens zumindest teilweise geräumt werden, Fahrgäste konnten nicht mehr zusteigen und es kam zu einer Reihe an Verspätungen. Die Ministerin wies allerdings darauf hin, dass das Wochenende traditionell wegen eines erhöhten Reiseaufkommens in die Schlagzeilen gerate.

Das günstige Sonderticket für den öffentlichen Personennahverkehr ist seit vergangenem Mittwoch gültig. Es wird für neun Euro für die Monate Juni, Juli und August verkauft. Damit sollen Pendler wegen der stark gestiegenen Energiekosten unterstützt werden.

An vielen Stellen fehlt aus Sicht von Hüskens aber bislang die Alltagstauglichkeit. «Wir müssen das Angebot an Schiene und an Bussen so ausbauen, dass die Leute das auch tatsächlich nutzen können.» Nach dem 9-Euro-Ticket soll daher das 365-Tage-Ticket weitere Erkenntnisse liefern, wie der Nahverkehr angepasst werden muss. Für umgerechnet einen Euro am Tag soll in zwei Regionen in Sachsen-Anhalt das Angebot erprobt werden. Ende April hatte der Landtag den Weg für den Test des Tickets frei gemacht.

Weitere Probleme bereiten laut Hüskens gerade im Bereich des Schienenverkehrs die große Zahl an Baustellen: «Wir haben einen erheblichen Investitionsbedarf in die Schiene.» Und weiter: «Da ist viel zu wenig passiert. Und das bedeutet eigentlich, dass in den nächsten Jahren mehr gebaut werden muss und nicht weniger.» Bei den Investitionen sieht die Ministerin die Verantwortung sowohl beim Bund als auch den Ländern. «Wir können nicht gegenseitig mit den Fingern aufeinander zeigen. Darüber gilt es zu reden, sowohl in Berlin als auch in Magdeburg.»

© dpa
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