Sachsen-Anhalt bekommt vier neue Straßenmeistereien

11.04.2022 Sachsen-Anhalts Straßen können künftig besser gepflegt werden. Dazu entstehen neue Straßenmeistereien. Das bedeutet aber erstmal Investitionen in Millionen-Höhe.

Verkehrsschilder stehen auf dem Gelände der Straßenmeisterei Atzendorf. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

In Sachsen-Anhalt werden in den kommenden Jahren neue Straßenmeistereien gebaut. Hintergrund sind getrennte Zuständigkeiten zwischen der Landesstraßenbauverwaltung und der Anfang 2021 gegründeten Autobahn GmbH des Bundes. Zuvor konnten Standorte an Autobahnen auch gemeinsam für die Betreuung des Landes- und Bundestraßennetzes genutzt werden. Seither lägen die Verantwortung für Autobahnen und das nachgeordnete Netz in unterschiedlicher Hand, erklärte der Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Digitalisierung Sachsen-Anhalts, Peter Mennicke.

Für die bisher kombinierten Autobahn- und Straßenmeistereien Oberröblingen, Plötzkau und Wernigerode würden neue Standorte in Landesträgerschaft errichtet. Die Beschäftigten für die Bundes- und Landesstraßen am jetzigen Standort Oberröblingen sollen in die neu zu bauende Straßenmeisterei Berga und die aus Plötzkau in die ebenfalls neu zu errichtende Meisterei Bernburg wechseln. Die Bundes- und Landesstraßen des Standorts Wernigerode sollen von den vorhandenen Meistereien Halberstadt und Gernrode betreut werden. Ein zu ergänzender Stützpunkt im Oberharz werde die Arbeitswege optimieren, so der Sprecher.

Der Neubau der Meisterei Bernburg soll im Frühjahr 2025, Berga im Frühjahr 2026 bezogen werden. Die Gesamtkosten der erforderlichen Maßnahmen würden derzeit auf rund 32 Millionen Euro geschätzt. In den Meistereien seien jeweils etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt, betroffen von der Umorganisation seien etwa die Hälfte davon, da die Autobahn GmbH des Bundes diese Standorte weiter als reine Autobahnmeistereien nutze.

In der Übergangsphase würden Container für Verwaltung und Personal an den bisherigen Standorten aufgestellt. Bestimmte Gebäude würden zwar vorerst weiter gemeinsam genutzt, dies aber streng getrennt abgerechnet, sagte Steffen Kauert, Leiter der für Sachsen-Anhalt zuständigen Außenstelle Magdeburg der Autobahn GmbH. Als Beispiel nannte er die Streusalzlager.

Laut Kauert sind die bisherigen Mischnutzungen an den Standorten Bernburg, Berga und Wernigerode Besonderheiten, die dadurch entstanden sind, dass die frühere Bundesstraße 6n zur Autobahn 36 hochgestuft wurde. Der Standort Oberröblingen bekomme durch den Bau der Autobahn 143 (Westumfahrung Halle) eine höhere Bedeutung. Auch die Autobahn GmbH werde in den kommenden Jahren eine neue Meisterei errichten. Für die Betreuung der A14-Nordverlängerung sei jetzt ein Standort bei Seehausen (Altmark) bestimmt worden. Dafür liefen nun die Planungen. Ziel sei es, mit Fertigstellung der Gesamtstrecke auch diese Autobahnmeisterei in Betrieb zu nehmen.

Von den 300 Beschäftigten der Außenstelle Magdeburg der Autobahn GmbH sind rund 240 in den acht bisherigen Meistereien tätig. Sie betreuen rund 500 Kilometer an den Autobahnen in Sachsen-Anhalt und am Schkeuditzer Kreuz. Zum Verantwortungsbereich der Landesstraßenbauverwaltung des Landes gehören 2043 Kilometer Bundes- und 4013 Kilometer Landesstraßen. In 21 Meistereien kümmern sich rund 600 Einsatzkräfte um den Erhalt und die Instandsetzung der Straßen. Dazu gehören zum Beispiel Wartung und Reinigung, Grünpflege, Winterdienst sowie die Ausstattung mit Schildern und Ampeln.

© dpa

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