A14-Brückenschlag: Herausforderung für Bauleute

12.05.2022 Die Nordverlängerung der A14 ist das derzeit größte Verkehrsprojekt im Osten - und der Brückenschlag über die Elbe ist dabei eine der kniffligsten Aufgaben. Denn das Bauland ist ökologisch sensibel, entsprechend hoch sind die Anforderungen.

Ein Bagger arbeitet auf einer Baustelle von der Autobahn A14. © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Beim Brückenschlag über die Elbe im Rahmen der A14-Nordverlängerung hat der Bau offiziell begonnen. Nach Angaben der Verantwortlichen ist das Projekt bei Wittenberge eine technologische und ökologische Herausforderung: Das Bauen im Hochwasser- und im Naturschutzgebiet erfordere eine besonders sensible Herangehensweise, sagte Projektleiterin Kathrin Fiedler von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) beim Baustart am Donnerstag. Das Baufeld und die Zufahrtswege beschränkten sich auf ein absolut notwendiges Mindestmaß. Darum erstrecke sich eine breite sogenannte Tabuzone, die nicht angetastet werden dürfe. Nachtarbeit sei verboten.

Im Frühjahr 2024 ist der Einschub der 8000 Tonnen schweren Stahlkonstruktion der Strombrücke geplant. «Wir wünschen uns dann ausreichend Wasser», sagte die Projektleiterin. In vier, je 24 Stunden dauernden Etappen soll dieser eigentliche Brückenschlag erfolgen. Die Wasserstraße werde in diesem Zeitraum gesperrt. Der Autoverkehr auf der B189 könne indes weiter rollen. Vorgefertigt werden die Brückenteile von zwei sächsischen Stahlbaubetrieben. Die Straßenanbindung soll bis Jahresende 2024 geschaffen werden und der Verkehr dann 2025 über die neue Brücke rollen.

Aktuell wird die Baustelle eingerichtet und es werden Probebelastungen durchgeführt. Dabei werden drei Bohrpfähle in den Baugrund eingebracht. Im Sommer 2022 beginnt die Einrichtung der Fundamente und Pfeiler der Strombrücke, ausgehend von der Brandenburger Seite der Elbe. Im Herbst 2022 beginnen die Arbeiten zur Erstellung des Stahlüberbaus der Strombrücke sowie der Bau der Fundamente und Pfeiler der Vorlandbrücke auf Sachsen-Anhalter Seite.

Neben dem Wasserstand der Elbe gibt es laut Gesamtprojektleiter Holger Behrmann weitere Unwägbarkeiten. So würden sich gestiegene Materialpreise unter anderem für Stahl, Beton und Asphalt natürlich auf die Gesamtbaukosten auswirken. Durch variable Verträge könnten Preisschwankungen zum Teil abgefedert werden. Wenn die Preise jedoch weiter nach oben schnellen, werde auch die Brücke teurer, so Behrmann. Bisher sind 170 Millionen Euro veranschlagt.

Mit einer Gesamtlänge von 1100 Metern von Vorland- und Strombrücke zusammen ist die neue Elbquerung zwischen den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg die längste Brücke der gesamten A14-Nordverlängerung. Sie führt durch ein ökologisch sensibles Gebiet und muss daher höchste Ansprüche an den Natur- und Landschaftsschutz erfüllen. Die bestehende Elbebrücke der Bundesstraße 189 bleibt erhalten.

Die A14-Nordverlängerung, genauer gesagt der Lückenschluss zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin, umfasst insgesamt 155 Kilometer. Baustart war 2011. Die 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern und 11 Kilometer im Land Brandenburg sind bereits befahrbar. In Sachsen-Anhalt rollt auf knapp 14 von insgesamt 97 Kilometern der Verkehr. Als Gesamtfertigstellungstermin für das insgesamt 1,7 Milliarden Euro teure, derzeit größte Verkehrsprojekt Ostdeutschlands, wird 2027 angepeilt.

© dpa

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