Vereine in Sachsen-Anhalt kämpfen sich aus der Pandemie

30.04.2022 Vereine bieten die Möglichkeit, zusammen etwas mit Gleichgesinnten zu tun. In der Pandemie waren die Begegnungsmöglichkeiten kaum da. Wie geht es nun weiter?

Kinder spielen auf einem Kunstrasenplatz Fußball. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Sich gemeinsam engagieren, die Freizeit verbringen, Sport treiben - Vereine haben es in der Corona-Pandemie schwer gehabt. In den vergangenen Jahren konnten sich Vereinsmitglieder nicht wie gewohnt treffen, jetzt läuft die Vereinsarbeit wieder an. Wie gut die Vereine durch die Pandemie gekommen sind, muss sich noch erweisen. Fest steht bislang: Ihre Zahl hat nicht abgenommen. Zum Jahresende 2021 waren 19 221 Vereine registriert und damit 31 mehr als ein Jahr zuvor, wie aus dem in Stendal geführten Vereinsregister des Landes hervorgeht.

Der Zuwachs fiel aber geringer aus als in den Jahren zuvor: 2020 hatte es noch ein Plus von 36 Vereinen gegeben, 2019 waren es 48 gewesen, 2017 68.

Die Vielfalt der Vereine ist groß - die einen widmen sich dem Sport, andere unterstützen Museen, Kirchen, Bauprojekte oder Schulen. Aus Sicht des Geschäftsführers des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt, John Palatini, ist und bleibt der Verein die passende Form für ehrenamtliches Engagement. Er biete die Voraussetzung, wenn es um die Eröffnung eines Kontos gehe oder die Beantragung von Fördermitteln.

«Wir beobachten viele Neugründungen in den letzten Jahren, schon vor der Pandemie», sagte Palatini. Im vergangenen Jahr seien 15 neue Mitgliedsvereine hinzugekommen. Auf der anderen Seite lösten sich auch Vereine auf. Viele seien nach 1990 gegründet worden und mit ihren Mitgliedern gealtert, der Übergang in die nächste Generation gelinge nicht immer. Vereine, die vor der Pandemie jung, frisch und dynamisch gewesen seien, hätten gut weitergemacht, sagte Palatini. Er geht davon aus, dass die Zahlen erst mit Verzögerung im Vereinsregister in Stendal eingehen. Zunächst schliefen die Aktivitäten ein und erst später löse sich ein Verein auf.

Im Bereich der Vereine rund um Museen im Land zeichnet sich bislang Konstanz ab. Es habe Hilfen von Bund und Land gegeben, die gut abgestimmt gegriffen hätten, sagte der Geschäftsführer des Museumsverbandes Danny Könnicke. Finanziell gelitten hätten vor allem Vereine, die Museen tragen und feste Kosten von der Miete bis zu angestelltem Personal hätten und denen die Einnahmen weggebrochen seien. Bislang hat Könnicke aber noch keine Hinweise auf Vereine, die in ihrer Existenz bedroht sind. Viele Vereine würden von den Kommunen unterstützt - wie es da in den kommenden Jahren weitergehe, sei aber nicht abzuschätzen. Die Entwicklung werde vermutlich erst in zwei, drei Jahren deutlich.

Unterdessen scheinen die stark rückläufigen Mitgliederzahlen in den Sportvereinen Sachsen-Anhalts vorerst gestoppt. Zu Beginn 2022 seien rund 346 000 Sportlerinnen und Sportler in etwa 3000 Vereinen organisiert gewesen, teilte ein Sprecher des Landessportbunds mit. Das seien nur circa 500 Mitglieder weniger als Anfang 2021. Im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 hatten die Sportvereine nach Angaben des Sprechers rund 11.000 Mitglieder verloren.

«Der Corona-Trend ist gestoppt!», sagte der LSB-Vorstandsvorsitzende Tobias Knoch. Seit dem 3. April sei Sport im Verein wieder ohne jegliche Einschränkungen möglich. «Wir werden unsere Sportvereine im Jahr 2022 dabei unterstützen, neue Mitglieder zu gewinnen und verloren gegangene zurückzuholen», so Knoch. Auch das Land stellt dafür Extra-Mittel pro Vereinsmitglied zur Verfügung.

Gegenläufig zur Entwicklung in den Sportvereinen entwickelten sich hingegen die Mitgliederzahlen in den Angelvereinen in Sachsen-Anhalt positiv. Anhand erster Rückmeldungen der Vereine rechne man damit, dass die Mitgliederzahl mittlerweile deutlich über 44.000 liegen dürfte, erklärte Gerhard Jarosz, Sprecher des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt. Insbesondere im Jugendbereich wuchsen die Vereine kräftig, so Jarosz. Er sieht darin auch ein Indiz für eine zunehmende Rückbesinnung auf Themen der Natur. Es gebe eine «Ermüdung an elektronischen Medien - eine Überfütterung von Information».

© dpa

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