Luftqualität: Gefährdet durch Heizen mit Kohle und Holz?

Angesichts hoher Gaspreise ist die Nachfrage nach günstigerer Kohle, Holz und Pellets fürs Heizen gestiegen. Was für den Einzelnen eine wirtschaftliche Entscheidung ist, könnte die Erfolge bei der Luftreinhaltung in Gefahr bringen.
Dicker Rauch kommt aus dem Schornstein eines unsanierten Mehrfamilienhauses mit Ofenheizung. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Die Luftqualität in Sachsen-Anhalt wird stetig besser - allerdings könnte ein Trend zum Heizen mit Kohle, Holz und Pellets diese Entwicklung gefährden. Es sei als Erfolg zu werten, dass 2021 die Messwerte bei Feinstaub und Stickstoffdioxid nicht wieder auf das vor-pandemische Niveau angestiegen seien, sagte die Präsidentin des Landesamts für Umweltschutz (LAU), Sandra Hagel, am Donnerstag in Magdeburg. Die Grenzwerte seien an allen 25 Messstationen im Land sicher eingehalten worden. Zu den Hauptquellen für Feinstaub und Stickstoffdioxid zählen den Angaben zufolge der Verkehr und die Landwirtschaft.

Umweltminister Armin Willingmann (SPD) und Hagel befürchten eine Zunahme der Schadstoffbelastungen aufgrund der Energiekrise mit hohen Preisen. Heizen mit günstigeren Kohlebriketts, Holz und Holzpellets sei im Land weit verbreitet. 2021 seien hierzulande gut 290 000 Einzelraumfeuerungen wie Kamine, Öfen und Pelletheizungen registriert gewesen. Gut ein Viertel sei auf einem alten Stand und stoße mehr Feinstaub und Ruß aus als moderne Anlagen. Diese rund 80 800 Anlagen müssten bis Ende 2024 nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Willingmann appellierte: «Rüsten Sie nach!»

Wie groß der Effekt tatsächlich ausfallen wird, kann das Landesamt für Umweltschutz mit seinem landesweiten Luftmessnetz ermitteln. Das sogenannte Black Carbon, der schwarze Kohlenstoff, könne an insgesamt 15 Stationen gemessen werden. Es entstehe bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Energieträger, von Biomasse und Biokraftstoff. An fünf Geräten könnten automatisiert die Rußpartikel gemessen und die Quellen differenziert werden, erklärte Hagel. Sie ließen sofort den Rückschluss zu, wie viel Anteil der gemessenen Partikel aus der Biomasseverbrennung stammen oder aus der Nutzung fossiler Energieträger. Erste Ergebnisse könnten im Frühsommer 2023 vorliegen.

Umweltminister Willingmann und LAU-Präsidentin Hagel betonten, die Luftreinhaltung sei auch über die Energiekrise hinaus mit Herausforderungen verbunden. Die EU plane eine Verschärfung der Grenzwerte für Luftschadstoffe. Wenn die neuen Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid schon heute gelten würden, gäbe es Überschreitungen in Magdeburg, Halle, Wittenberg und Halberstadt.

© dpa
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