Kleingärtner kämpfen gegen Trockenheit

05.08.2022 Die anhaltende Trockenheit ist auch in Sachsen-Anhalts Kleingärten zu spüren. Die Gärtner sorgen sich um ihre Pflanzen - und suchen Techniken gegen noch mehr Wasserverlust.

Eine Frau gießt ein Gemüsebeet in einem Kleingarten. © Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Die Temperaturen sind hoch und die Böden wegen der Dürre trocken: Die Folgen sind auch in den Kleingärten im Land zu spüren. Damit nicht noch mehr Wasser verloren geht, rät Sachsen-Anhalts Landesverband der Gartenfreunde dazu, alle Anpflanzungen - ob Bäume, Beete oder Beerenobst - etwa mit Mulch abzudecken. «Durch diese Mulchdecke verdunstet die Feuchtigkeit nicht so schnell», sagte Geschäftsstellenleiter Olaf Weber.

Insbesondere beim Gießen kann man bei den hohen Temperaturen viel falsch machen. «Die Pflanzen machen dicht, so wie wir das auch machen», sagte der Gartenexperte. «Wir verziehen uns in kühle Räume und bewegen uns so wenig wie möglich. Die Pflanze kann ihren Ort nicht wechseln, aber sie macht auch so wenig wie möglich.» Die Pflanzen wehrten sich, indem sie ihren Stoffwechsel reduzierten. Das heißt laut Weber auch, dass sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Im schlimmsten Fall könne die Pflanze sogar eingehen.

Bei hohen Temperaturen sei die beste Zeit zum Gießen daher zwischen vier und sechs Uhr morgens oder ab der Dämmerung am Abend, so Weber. Aus seiner Sicht ist deshalb auch die Einschränkung zur Wasserentnahme in vielen Landkreisen tagsüber sinnvoll.

Seit Mitte Juli haben nach und nach immer mehr Landkreise Allgemeinverfügungen verhängt, die Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern durch technische Geräte und die Benutzung von Brunnen einschränken. Je nach Landkreis dürfen in einem Zeitfenster ab dem Vormittag oder Mittag bis zum Abend etwa keine öffentlichen oder privaten Grünflächen bewässert werden. In dieser Zeit ist die Verdunstung am größten. Auch Kleingartenanlagen zählen zu diesen Grünflächen. Weitere Regeln können zudem in den Vereinen gelten.

Weber gibt zudem den Tipp, eine Kompostwirtschaft zu betreiben. «Denn Kompost beziehungsweise Humus ist einer besten Wasserspeicher. Je größer und stärker die Humusschicht im oder auf dem Boden ist, desto besser und länger hält sich auch die Feuchtigkeit.» Auch Mischkulturen, die sich gegenseitig beschatten, seien eine gute Möglichkeit. «Was spricht denn dagegen, eine Gurke an einer Maispflanze oder an einer Sonnenblume hochwachsen zu lassen? Das Laub der Sonnenblume oder des Mais beschattet dann die Pflanze und sie fördern sich gegenseitig im Wachstum», sagte Weber.

Insgesamt sind unter dem Dach des Verbandes 89 008 Gartenfreunde in 1632 Kleingärtnervereinen organisiert. Einzelne Kleingärtnervereine sind nicht in dem Dachverband organisiert. Nach Angaben des Landesverbandes der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt liegt die Zahl der nicht über die Dachorganisation organisierten Kleingärtner landesweit bei schätzungsweise 15.000.

© dpa

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