Rund 200 ukrainische Kinder in Kitas und Horten aufgenommen

Die Zahl der ukrainischen Kinder, die eine Kita oder einen Hort besuchen, ist in Sachsen-Anhalt noch nicht sonderlich hoch. Sachsen-Anhalt will aber den Weg freimachen für mehr Angebote.
Ein Kind spielt in einer Kita. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

In Sachsen-Anhalt gehen bislang rund 200 ukrainische Flüchtlingskinder in Kitas oder Horte. Mit Stand Ende April seien rund 30 Kinder im Alter bis drei Jahre betreut worden, teilte das Sozialministerium in Magdeburg auf Nachfrage mit. Daneben seien knapp 120 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulalter in Kitas oder Tagespflege gewesen. 44 Kinder wurden in Horten betreut. Die Daten mit Stichtag 29. April sind die aktuellsten, die verfügbar waren. Laut dem Innenministerium sind derzeit mehr als 2400 Kinder im Kindergartenalter in den Landkreisen und kreisfreien Städten aufgenommen worden.

Die Zahlen zeigen, dass insbesondere der Burgenlandkreis mit 29 Kindern vergleichsweise viele über Dreijährige in Kitas untergebracht hat, im Salzlandkreis waren es Ende April 17, in Anhalt-Bitterfeld 12. In Magdeburg sind 9 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt betreut worden, in Halle 11. Im Altmarkkreis Salzwedel waren es 2, im Landkreis Harz 3 und im Landkreis Stendal eines.

Aus Sicht des Geschäftsführers des Landkreistags, Heinz-Lothar Theel, zeigen die Zahlen, wie viel noch in der Schwebe ist. In vielen Fällen sei nicht klar, welche Ukrainer dauerhaft in Sachsen-Anhalt bleiben. Es herrsche noch große Unsicherheit mit Blick auf die weitere Entwicklung. Platz gebe es in den Kitas und Horten grundsätzlich, sagte Theel.

Ukrainische Kinder haben wie alle anderen Kinder ein Recht auf Kindertagesbetreuung nach dem Kinderförderungsgesetz, wenn sie ihren Wohnsitz in einer Kommune in Sachsen-Anhalt haben, teilte das Sozialministerium mit. Die Landkreise und kreisfreien Städte seien frühzeitig über Spielräume bei der Erteilung von Betriebserlaubnissen und bei der Einstellung von ukrainischen Fachkräften in den Kitas informiert worden. Konkret bedeutet das, dass auch Personen mit anderen Abschlüssen als im Bereich Pädagogik als Fachkräfte zugelassen werden könnten, wenn sie aufgrund ihrer individuellen praktischen Tätigkeit für die Arbeit in einer Kita geeignet seien.

Das Sozialministerium wolle die Kommunen bei der Aufnahme von ukrainischen Kindern in den Kitas auch finanziell zu entlasten und den Landkreisen und kreisfreien Städten auch Mittel zur Verfügung stellen. Auch unter Einbindung ukrainischer Erwachsener sollten Begegnungs- und Betreuungsorte für Kinder entstehen, an denen sie befreit spielen, lernen und teilhaben könnten. Diese Maßnahmen stehen den Angaben zufolge noch unter dem Vorbehalt des Inkrafttretens des Haushaltes und würden zurzeit mit den Kommunen abgestimmt.

Der Besuch einer Kindertageseinrichtung sei ein wichtiger Beitrag zur Sprachförderung und Bildungsteilhabe. Frühkindliche Bildung erhöhe die Chancen auf eine spätere erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe und Integration. Zugleich bedeute das gemeinsame Spielen mit anderen Kindern ganz praktisch, dass die Erlebnisse der Flucht in den Hintergrund rückten, so das Ministerium. Zudem sorge ein Kinderbetreuungsangebot für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und somit für erhöhte Beschäftigungschancen für die Menschen, die nach Deutschland geflüchtet seien.

© dpa
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