ÖPNV-Warnstreiks: Fahrgäste zeigen Verständnis

Am letzten Schultag vor den Sommerferien streikt in mehreren großen Städten in Sachsen-Anhalt der kommunale ÖPNV. Die Auswahl des Tages sorgt bei vielen Fahrgästen nicht für Begeisterung, einige zeigen aber auch Verständnis.
Ein Transparent bei einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. © Paul Zinken/dpa/Symbolbild

Erneut sind Busse und Bahnen in Halle, Dessau, Magdeburg und dem Burgenland im Depot geblieben. «Es fährt nichts, wir streiken», sagte eine Sprecherin der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG) am Mittwochmorgen. Die Beschäftigten des ÖPNV in Sachsen-Anhalt legten um 3 Uhr morgens ihre Arbeit nieder, andauern soll der ganztägige Warnstreik noch bis zum Betriebsschluss in der Nacht.

In Dessau waren am letzten Schultag vor den Sommerferien in Sachsen-Anhalt große Teile des Busliniennetzes und der Straßenbahnbetrieb betroffen, auch in Magdeburg stand im Berufsverkehr alles still. «Nur die Regionalbahnunternehmen und die S-Bahn fahren», sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe. Auch in Halle ruhte der kommunale ÖPNV.

Die Gewerkschaft Verdi hatte nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde über den Entgelttarifvertrag am Montag erneut zum Warnstreik aufgerufen. «Tatsächlich steht landesweit alles still», sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. «Wir hatten bereits am Morgen eine sehr gute Beteiligung, die die vom vergangenen Freitag nochmal übertraf.» Bereits am Freitag hatten Beschäftigte die Arbeit bis zum frühen Nachmittag niedergelegt.

Verdi fordert für die ÖPNV-Mitarbeiter eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro sowie eine Anhebung des Lohns von Auszubildenden um 150 Euro im Monat. Die Arbeitgeberseite bot unter anderem eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro und eine «Modernisierung» der Entgeltordnung an. Laut Verdi sind etwa 2000 Beschäftigte vom Ausgang der Verhandlungen betroffen.

Größere Probleme im Berufsverkehr blieben am Mittwoch erneut aus. «Die meisten Menschen haben sich darauf eingestellt», sagte der Sprecher der Verkehrsbetriebe in der Landeshauptstadt. Dennoch waren laut Verhandlungsführer Schmidt einige Gäste mit der Auswahl des Tages - dem letzten Schultag für viele Schüler - «alles andere als begeistert». Die Notwendigkeit einer Lohnanpassung nach den starken Teuerungszuwächsen würden aber trotzdem viele erkennen.

Der Warnstreik richtet sich auch an die politischen Entscheidungsträger, sagte Schmidt. Sie müssten eine Finanzierungszusage an die ÖPNV-Betriebe richten. So sollten sich die erhöhten Kraftstoffkosten und die erhöhte Inflation auch in der Mittelzuteilung wiederfinden, betonte Schmidt. Die Finanzplanungen der Verkehrsbetriebe basierten noch auf alten Preisen. Hier müsse die Politik nachsteuern. Laut Schmidt findet die nächste Verhandlungsrunde am 29. August statt.

© dpa
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