Technik gegen neuartige Psychodrogen in Gefängnissen

Sachsen-Anhalt setzt im Kampf gegen neuartige und schwer nachweisbare Drogen, die in Gefängnisse eingeschmuggelt werden, auch auf technische Unterstützung. Die sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) werden etwa auf Briefpapier oder Dokumente geträufelt, getrocknet und per Post an die Gefangenen geschickt, erklärte das Justizministerium.
Eine geschlossene Pforte in einer Justizvollzugsanstalt. © Frank Molter/dpa/Symbolbild

Nun sollen die Kontrollen im Justizvollzug verstärkt werden. Dabei solle auch ein Spezialgerät zum Einsatz kommen, mit dem binnen kurzer Zeit überprüft werden kann, ob das Papier mit NPS oder anderen verbotenen Substanzen versetzt ist. Der tragbare Detektor, der noch beschafft werden muss, soll in allen Gefängnissen eingesetzt werden. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung am Montag darüber berichtet.

Die NPS sind für die Gefängnisinsassen gefährlich, weil die Zusammensetzung häufig nicht genau bekannt sei, so das Ministerium. Es drohten schwere gesundheitliche Schäden. Es seien lebensgefährlichen Intoxikationen mit Kreislaufversagen, Ohnmacht oder Wahnvorstellungen möglich. Es handele sich um ein bundesweites Phänomen. Spürhunde erkennen die neuartigen Substanzen den Angaben zufolge nicht.

In Sachsen-Anhalts Gefängnissen waren im vergangenen Jahr 73 Mal Drogen sichergestellt worden. Die Gesamtmenge belief sich laut Ministerium auf rund 385 Gramm. Hauptsächlich handelte es sich um Cannabis und Amphetamine.

© dpa
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